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Zu Hause angekommen, sagte Achmed: „Ich muss noch mit deinem Vater sprechen.“ ging voran und klingelte bei uns. Das ich einen Schlüssel hatte interessierte ihn nicht. Aus der Sprechanlage erklang ein: „Ja,bitte.“ „Herr Meiser hier ist Achmed Kadir. Ich bringe Ihnen Ihre Tochter und bitte Sie, um ein kurzes Gespräch. Der Summer öffnete die Tür und Achmed trat ein. „Welche Etage?“ frug er kurz. „Die dritte. Es gibt einen Aufzug.“, antwortete ich schnell. „Unsinn, drei Etagen mit dem Aufzug. Bleib hinter mir.“, befahl er. Mit schnellen Schritten ging er die Treppen hoch, ohne aus der Puste zu geraten. Im Gegensatz zu mir, ich musste schon nach der zweiten schnaufen. An der Wohnungstür angekommen, begrüßten sich die Männer und Vater bat ihn einzutreten. Hinter ihnen stand ich, eine nach Luft japsende, in ihrer Abaya schwitzende Schleiereule. „Sie sollten ihrer Tochter die Benutzung eines Aufzugs verbieten, damit sie mal ein bisschen Kondition kriegt.“ schlug Achmed grinsend vor. „Kommen Sie erst mal herein. Und du hast es gehört: Kein Aufzugfahren mehr!“ Beide Männer lachten. Mir war gar nicht zum Lachen zu Mute. Beschämt nahm ich Achmeds Hand, küsste sie, berührte sie mit der Stirn und lief mit hochrotem Kopf in mein Zimmer. Vater schaute verwirrt sein Gegenüber an. Doch der schüttelte nur mit den Achseln. „Warum ich mit Ihnen sprechen möchte Herr Meiser ist: Haben sie Interesse an einen Job?“ „Wie, bitte. Ob ich einen Job brauche? Aber sicher! Um was handelt es sich?“ „Finanzkontrolle und Organisation unserer Immobilien in Vollzeit.“ „Ich habe schon ähnliche Arbeiten ausgeführt, immer mit Topzeugnissen, aber leider nur befristet.“ „Das ist uns alles bekannt. Wir recherchieren selbst und verlassen uns nicht auf Ämter. Wir reden nicht von Ihrer sicher vorhandenen Qualifikation, sondern wie tolerant sind sie gegenüber anderen Religionen und Anschauungen. Könnten Sie sich vorstellen, in einer muslimischen Organisation zu arbeiten?“ „Als Moslem?“ „Nein, im Islam gibt es keinen Zwang.“sagte Achmed und dachte: „Aber Gas.“ „Wenn Sie Interesse haben, kommen Sie Morgen früh um 11:00 Uhr bei mir vorbei.“ Er reichte ihm seine Karte und verabschiedete sich. Ich hatte geduscht und von dem Gespräch nichts mitgekriegt. Wie jeden Abend ging ich vor dem zu Bett gehen zu meinem Vater. „Was wollte Herr Kabir von dir?“, frug ich gerade heraus. „Er hat mir einen Job angeboten!“ „Was? Das ist ja fantastisch! Einen richtigen Vollzeitjob?“ „Einen richtigen Vollzeitjob, ja. Aber, ich weiß nicht. Er sagte, es sei eine muslimische Organisation. Was meinst du?“ „Von wie vielen nicht islamischen Organisationen bist du in den letzten Jahren betrogen und ausgebeutet worden? Eine ordentliche Arbeit zu anständigen Konditionen solltest du nicht in den Wind schlagen. Zur Not werden wir halt Moslems.“ sagte ich lachend. „Schlaf gut mein kluges Kind. Ich werde auf dich hören. Morgen um 11:00 Uhr werde ich bei Herrn Kabir sein.“

 

Am nächsten Tag: „Nun, wie war dein Jobinterview bei Herrn Kabir?“ frug ich meinen Vater. „Fantastisch! Ich habe direkt einen Vertrag bekommen. Wir müssen einiges ändern. Lass uns reden, Kind.“ Wir machten es uns gemütlich. „Es ist folgendes: Ich bekomme ein Büro im Verwaltungstrakt der Moschee und wie es aussieht, wird es dann auch auf meine baldige Konvertierung hinauslaufen. Da mache ich mir keine Illusionen, aber der Job reizt mich und erst recht die Bezahlung.“ „Ich hätte kein großes Problem mit deiner Konvertierung. Ich habe mich unsterblich in Rachid, Herrn Kabirs Sohn verliebt und werde, wenn er es wünscht zum Islam übertreten.“ „Da gibt es noch was zu besprechen: Wir werden umziehen. Die Bruderschaft hat mir eine Wohnung zu Topkonditionen in Arbeitsnähe angeboten.“ „Das ist doch fantastisch! Raus aus diesem Hartz4-Loch! Du wirst sehen, wie gut es dir tun wird! Ich freue mich so für dich, nach all den letzten Jahren - endlich wieder eine Perspektive für dich! Du solltest schon aus Dankbarkeit konvertieren!“,sagte ich, grinste verschmitzt und dachte: „Dann wohne ich nahe bei meinem Liebsten und kann Soraya und Mahmud öfter besuchen." „Herr Kabir sagte, ich könne direkt umziehen, als Hausverwalter könne ich über alle Ressourcen der Firma verfügen. Wollen wir uns die Wohnung mal anschauen. Ich habe auch schon die Schlüssel.“ Die Wohnung war ein Traum: groß, hell und sehr großzügig geschnitten. Es hatte eine T-förmige Diele. Es mussten früher zwei Wohnungen gewesen sein. - Im Gegensatz zu ihr wusste ihr Vater von der Gasanlage und hatte mit seiner Unterschrift sie nicht nur akzeptiert, sondern sich auch verpflichtet Installationen in anderen Immobilien zu fördern.- Ich war begeistert und leitete sofort alles für einen sofortigen Umzug ein. Schamlos verfügte ich über die Firmenressourcen und zwei Tage später bezogen wir die neue Wohnung. Ich hatte jetzt nicht mehr nur ein kleines Zimmer, sondern eine eigene 70 qm Wohnung, der Anteil meines Vaters war 140 qm und hatte alles, was man auf 140 qm unterbringen konnte. Wir wohnten nicht mehr, sondern wir residierten. Ich saß in meinem Wohnzimmer und dachte: „Soviel Glück auf einmal könnte mir Angst machen. Papa hat einen sicheren Job, wir wohnen unglaublich luxuriös und ich liebe Rashid. Für Papa und mich ist klar, dass wir, wenn wir uns das sichern wollen, früher oder später konvertieren müssen. Rachid wird von mir als seiner Frau später bestimmt verlangen, mich wie seine Mutter zu verschleiern. Auf der einen Seite macht mir das Angst, aber andererseits schön wuschig.“ Ich wollte meine Freunde zu einer Einweihungsparty einladen, doch Vater war strickt dagegen und als ich Rachid darüber informierte, meinte er nur lapidar: „Gehorche deinem Vater und bleib zu Haus und verwöhne ihn so, wie du es bei meiner Mutter gelernt hast.“ Ich glaube, ich muss meinen Lebensplan etwas revidieren. Mich erwartet wohl ein neues Leben als Muslimah und komischer Weise glaube ich, ich werde das alte nicht sonderlich vermissen, sondern freue mich auf eine mir noch unbekannte Zukunft.