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Julia Meyer: Ich konnte vor lauter Sorge um Hanna nicht einschlafen.Dann endlich war eine Nachricht von Hanna auf dem Smartphone: „Alles o.k., bin hier gut aufgehoben, macht euch keine Sorgen. Wir sehen uns Montag. Hanna.“ „Gott sei Dank! Da bin ich mal gespannt, was sie dann zu berichten hat. Dieses Wochenende will ich mit Roger verbringen. Er hat schon genug leere Körbe von mir bekommen und er ist ein netter Kerl mit Witz aber auch mit einer großen Gelassenheit für einen 20-jährigen, Jungs wie ihn findet man nur noch selten in diesem von hirntoten Konsumidioten besiedelten Land.“,dachte ich und schrieb ihm eine WhatsApp. „Hi, Roger! Hast du Lust mich am Samstag Abend zu treffen?“, schrieb ich ihm. „Du weißt doch, wie gerne ich ein Date mit dir hätte. Macht es dir was aus bei mir vorbei zu kommen? Ich habe meinem Vater versprochen ihm am Samstag beim Einrichten von Mutters neuem Zimmer zu helfen.“ „Okay?“ „Gut dann komm morgen gegen 19:00 Uhr. Ich freue mich, wie bolle.“ „Prima“,dachte ich. „Ich hab die Nacht aus Sorge um Hanna so schlecht geschlafen. Dann kann ich Samstag morgen ausschlafen und habe noch Zeit, mich zu stylen und bin dann immer noch pünktlich bei Roger.“ Es war erst 18:30, als ich bei Weber klingelte. Ich hatte mich etwas mit der Zeit vertan, weil die U-Bahnen an Wochenenden einen anderen Fahrplan hatten. So öffnete mir der Vater Frank Weber. „Hallo, Julia! Du bist aber früh! Macht nichts, komm rein. Roger und ich sind gerade fertig geworden. Er ist im Bad, um sich für dich zu verschönern.“,sagte er grinsend. Komm, du kannst bei Claudia in ihrem neuen Zimmer auf ihn warten. Aber erschrecke nicht, es hat sich so einiges geändert.“ Verwirrt folgte ich ihm. Er klopfte an eine Zimmertür, die sich einen Spalt öffnete und sagte: „Fatima, ich bringe dir Julia. Sie wartet auf Roger. Kümmere dich, um unseren Gast.“ Eine schwarze Handschuhhand packte mich und zog mich hinein. Ich sah eine Frau im schwarzen Schleier. Das Gesicht war ein kleines Oval aus Augen, Nase und Mund. Ansonsten sah man nur schwarzen Stoff. „Hallo, Julia. Ich bin es Claudia, Rogers Mutter.“ Sie umarmte mich liebevoll und bot mir an, auf einem großen Kissen Platz zu nehmen. „Wie ich mich freue, du bist mein erster Gast in meinem neuen Zimmer. Ich mache uns schnell Tee, ja. Ich bin gleich wieder zurück.“ „Bin ich hier bei ‚Versteckter Kamera‘ ?“ dachte ich und schaute mich um. Das Zimmer war ziemlich klein, höchstens 6 m X 6 m. In der Mitte stand ein niedriger Tisch mit einigen Sitzkissen. In einer Ecke stand eine Truhe und darauf lag eine zusammengerollte Matratze. Ein neuer Mauerdurchbruch führte direkt in die Küche. Dann kam Claudia auch schon mit dem Tee. „Wie gefällt dir mein neues Domizil? Ist es nicht schön geworden? Und es ist so praktisch, durch den Durchbruch zur Küche kann ich den ganzen Tag hier bleiben.“ - Während Julia ihren Tee trank, hatte Herr Weber das Gas aufgedreht. Sie konnte ja nicht ahnen, das ein Beruhigungsmittel im Tee war und Herr Webers Firma: Müller Immobilien, der Bruderschaft gehörte und die Bruderschaft schon alle Mitarbeiter infiltriert hatten. - Ich entspannte mich und frug: „ Heißen sie jetzt Fatima, Frau Weber?“ „Ja, meine Liebe ich bin heute konvertiert und zur Belohnung haben Frank und Roger mir dieses schöne Zimmer hergerichtet.“ Fatima erzählte mir von ihrer Wandlung zur Muslimah und wie glücklich sie sei. Ich lauschte interessiert ihrer Erzählung, während ich mich immer mehr entspannte. Der anfängliche Schrecken war verschwunden und machte einer großen Affinität zu ihr Platz. Dann klopfte es und Roger bat mich zu kommen. Wir Frauen erhoben uns, umarmten einander und ich küsste Fatimas Hand und hielt sie leicht verbeugend an meine Stirn, als hätte ich mich schon immer so verabschiedet. Er sagte nur, als ich das Zimmer verlassen hatte: „Komm mit!“ Schnell schnappte ich mir meine Utensilien und lief hinter ihm her. Ich versuchte zuerst ihn einzuholen, empfand es aber bald als normal drei Schritte hinter ihm zu bleiben. So hatte ich einen wunderbaren Blick auf seinen verlängerten Rücken und während ich ihm verträumt folgte, vergaß ich, darauf zu achten wohin wir gingen. Im Bus wollte ich ein Gespräch mit ihm führen, doch er ignorierte meine Fragen und sagte: „ Wir treffen uns mit meinen Freunden in unserer Madrasa. Ich wünsche, das du die Jungen nicht beachtest. Du gehst mit den Mädchen, die können dir dann alles zeigen und jetzt schweig!“,sagte er schroff zu mir. Und ich tat sonderbarer Weise, wie mir befohlen. Dort angekommen, zogen wir die Schuh aus und betraten die Madrasa. Roger wurde von seinen Freunden traditionell begrüßt, mich beachteten sie gar nicht. „Warte hier, bis dich eines der Mädchen abholt!“,befahl er mir und ließ mich einfach in der Empfangshalle stehen. „Was ist bloß mit mir los? Warum gefällt es mir, wie er mich behandelt. Ich sage den Jungs normalerweise was abgeht! Ach! Er ist ja so süß, mir wird ganz wuschig, wenn ich nur an ihn denke!“. Dann betraten zwei Hijab-Mädchen die Halle und nach ausführlicher Begrüßung, folgte ich ihnen zum abgeschirmten Frauenblock. Schnell befreundete ich mich mit den Frauen und probierte muslimische Kleidung aus. Sie schenkten ihr einen langen, voluminösen grauen Rock, einen schulter langen Hijaab und gaben mir einen deutschen Koran. Schon um 20:00 meldete sich Roger, um mich wieder nach Hause zu bringen. Ich musste ärgerlicher Weise in der Empfangshalle noch über eine halbe Stunde auf ihn warten. Doch als er endlich kam, war mein Ärger sofort verflogen, als ich ihn sah. „Du siehst richtig sittsam in diesen neuen Kleidern aus. Es gefällt mir sehr.“ Ich wurde rot und fragte: „Möchtest du, dass ich es immer trage?“ „Das wäre schön, aber es würde zu viel Aufsehen erregen. Lass es erst mal unser Geheimnis bleiben. Ich möchte, dass niemand von dem heutigen Tag etwas erfährt. Niemand hörst du! Auch Hanna nicht! Geh dich jetzt umziehen, ich möchte dich so zu dir nach Hause bringen, wie du warst!“ befahl er mir. Schnell lief ich zurück in den Frauentrakt und war in fünf Minuten wieder bei ihm. „Entschuldige, dass du warten musstest.“ sagte ich ganz devot. „Ich möchte das nächste Mal gefragt werden, bevor du Dummheiten machst, verstanden!“ „Ja, Roger. Wie du möchtest.“ sagte ich und lief schweigend drei Schritte hinter ihm her. Bei mir zu Hause angekommen, sagte er: „Es war ein schöner Abend. Ich werde ihn bald wiederholen. Doch jetzt gehe rein und bleibe zu Hause. Es gefällt mir nicht, wenn du dich draußen herumtreibst. Der Platz der Frau ist im Haus!“ Ich hörte nur ‚schöner Abend‘ und ‚wiederholen‘. Ich nahm seine Hand küsste sie und berührte sie verbeugend mit meiner Stirn. „Ich will alles tun, was du sagst.“,sagte ich voller Hingabe und ging glücklich ins Haus. Als ich meine Wohnung betrat, roch ich schon den Schnaps. Wie immer war die ganze Wohnung von Mutters Zigaretten verqualmt. Schnell machte ich Licht und öffnete alle Fenster. Im Wohnzimmer saß meine Mutter, schaute wieder irgendeinen Mist im TV und hielt in der linken Hand eine Zigarette und in der rechten einen Whisky. Seit Vaters Tod vor zwei Jahren, hatte sie sich aus einer einstmals fröhlichen und attraktiven Frau in ein ungepflegtes Wrack verwandelt. Ich dachte an Rogers Mutter und wie freundlich und sauber es da war. Traurig ging ich in mein Zimmer und las zum ersten mal im Leben den Koran. Es wurde spät, so machte ich mich Bett fertig und las dann weiter. Mit einigen Stellen kam ich gar nicht klar, sie hatten keinen Bezug zu der heutigen Zeit, aber andere Stellen las ich interessiert, sie gaben Antworten auf meine Probleme. So schlief ich ein und träumte meine ersten Schleiertraum.