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Die drei Muslimahs:

 

Petra, Hanna und Julia saßen im Frauentrakt der Madrasa und tranken Tee. Sie trugen jetzt zu ihrem Bedauern nicht mehr die Niqabschleier, sondern trugen jetzt, wie ihre Schwestern hier, so betrachteten die drei nun die anderen Frauen, den türkischen Hijab-Stile. Alle Frauen versicherten ihnen, dass sie am liebsten auch Niqabis wären, doch würden sie damit außerhalb der Moschee nur Aufsehen erregen und das sei das Letzte, was eine gute Muslimah wolle. Die Zeit wäre noch nicht reif, man müsse sich noch gedulden. Doch die Mädchen waren richtig gut drauf. Der Alltag da draußen war vergessen, ihre Welt war der Frauentrakt. Es war, obwohl viele Frauen anwesend waren, sehr ruhig. Kaum jemand unterhielt sich und wenn, dann nur flüsternd und kurz. Sonst hörte man nur ein Summen vom leisen Rezitieren der Koranverse. Einige, wie unsere drei Mädchen, knieten still auf ihren Kissen und genossen ihren Seelenfrieden. Selbst aus der Küche drang kaum ein Geräusch, obwohl dort gerade die Speisen zubereitet wurden. Die Mädchen hatten vor sich auf einem niedrigen Gestell den heiligen Koran und lasen ihn zusammen. Dann kam eine Niqaabi zu ihnen und winkte ihnen ihr zu folgen. Als sie den Frauentrakt verließen und die ersten Männer sahen, zogen sie sich ihre Kopftücher tiefer ins Gesicht und hielten den Kopf gesenkt. Man konnte so nur noch von der Seite ihre Nasenspitzen sehen. Endlich erreichten sie die Wohnung des Imam und traten ein.

„Ass-Salaam-Alaikum, ihr Lieben tretet ein und setzt euch.“,sagte der Imam.

„Wal-Alaikum-Salaam.“ grüßten die Mädchen kaum hörbar zurück. Die Niqaabi zeigte zu einer Reihe Kissen, direkt neben dem Eingang. Die Mädchen nahmen dort Platz. Der Imam saß mit drei Halbwüchsigen in den Sesseln und trank Tee. Hanna erkannte sie sofort wieder und quiekte vor Schreck kurz auf.

„Ja. Hanna oder darf ich dich Kamila nennen? Wir haben die Lümmel erwischt. Es tut ihnen sehr leid und sie bitten dich um Verzeihung. Die jungen Männer nickten nur, dann tranken sie weiter Tee.

„Das war es auch schon, ihr könnt gehen.“

Sie erhoben sich und kehrten zurück in ihren Frauentrakt. Hanna flüsterte: „Habt ihr gehört, wie der Imam mich nannte? Kamila, die Vollkommene, so ein wunderschöner Name!“

Das die Jungen, die sie so schlimm behandelt hatten, mit dem Imam Tee tranken, fand sie vollkommen in Ordnung. Warum lief sie auch halb nackt durch die Straßen? Nein, sie wollte ab heute eine gute Muslimah sein und sich nur noch im Schutz der Männer und ordentlich gekleidet in der Öffentlichkeit zeigen. Dann rief der Muezzin zum Gebet. Danach kam die Niqaabi und holte Petra ab. In der Eingangshalle wartete ihr Vater und der Imam auf sie. Vater und Tochter umarmten sich.

„Hör mal, Kind! Du willst Muslimah werden? Warum hast du mir nichts gesagt?“

„Ich wollte dich nicht verärgern. Du hattest so große Sorgen.“

Ihr Vater sagte: „Wenn du es wirklich willst, werde ich dir nicht im Wege stehen.“,sagte er.

Dankbar küsste sie seine Hand und berührte sie mit ihrer Stirn. „Du darfst jetzt gehen, Samira.“,sagte er und lachte leise. Freudestrahlend ging sie und flüsterte leise: „Ich heiße Samira.“

Schließlich kam die Niqaabi, um Julia zu holen. Sie setzte sich mit Julia in der Eingangshalle auf einen für Frauen reservierten Platz und dort warteten sie. Dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit kam er. Roger: „Ass-Salaam-Alaikum, Amber, mein Vater und ich haben deine Mutter in die Madrasa gebracht. Dort wird man sich, um sie kümmern. Sie von ihrem Alkoholismus befreien und schon bald wird sie zu uns gehören.“

„Was für ein tüchtiger und fürsorglicher Mann mein liebster Roger doch ist. Er kümmert sich einfach, um alles.“

„ Du, Amber, wohnst zusammen mit deiner Mutter hier, bis du dein Abitur bestanden hast und übst dich mit deiner Mutter in den Pflichten einer guten Muslimah.“

Ich und die Niqaabi standen auf. Ich nahm seine Hand, küsste sie und sprach: „Ich danke dir für meinen neuen Namen und, wie sehr du meiner Familie hilfst. Ich werde lernen eine gute Muslimah zu werden und vielleicht dir, wenn du es wünschst, eine gute Ehefrau!“,dann berührte ich mit meiner Stirn seine Hand und eilte zurück in den Schutz des Frauentrakts.