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Ali Meiser:

„Komm Ali, sieh dir dieses Häufchen Elend an. Ich schätze mal, dieses Lamm ist schlachtreif.“ sagte Kabir und ich schaute auf meine Exfrau, wie sie da schlaff auf ihrem Küchenstuhl saß.

„Weib, werde wach und bedien deine Gäste!“,rief Kabir. Wir gingen ins Wohnzimmer und machten es uns bequem.

„Wir möchten Kaffee vor dem Essen!,rief Kabir. Er hätte auch normal sprechen können, aber es war ein Genuß zu sehen wie sie jedes mal zusammenzuckte, wenn Kabir die Stimme erhob. Die Geräusche aus der Küche wurden lauter. Die verwöhnte Schlampe war eindeutig überfordert. Ohne Hightech-Kaffeemaschine Kaffee zu kochen brachte sie schon an ihre Grenzen. Nach ein paar Minuten brachte sie uns den Kaffee, er war trinkbar. Sie verschwand wieder in ihre Küche.

„Unglaublich, wie gut die neue Software mit den Nanobots harmoniert. Ich glaube, wir kommen heute noch zum Abschluss.“,sagte ich. „Wir werden ihr allen Besitz nehmen und sie vertraglich für den Rest ihres Lebens von uns abhängig machen. Heute abend gehört sie dir mit Stumpf und Stiel.“

Wir lachten laut und liessen uns weiter ob ihrer Dummheit aus. Na und. Wie vorgesehen interpretierten die Nanobots in ihrem Kopf es als ihr Versagen und wie sehr ihr von uns geholfen werden muss.

„Wann ist das Essen endlich fertig? Wie kannst du Schlampe deine Gäste so lange warten lassen? Wenn nicht bald Essen auf den Tisch kommt, gehen wir und dann kannst du zu sehen, wie du mit deinen Gläubigern klar kommst!“,versuchte ich mein Glück.

Kein empörtes Widerwort sondern noch lauteres Rumoren drang aus der Küche. Ich lehnte mich zurück und genoss die Situation. Dann kam sie mit einem übervoll beladenen Tablett und hochroten Kopf. Sie kniete sich an den niedrigen Wohnzimmertisch und bediente uns, als hätte sie nie etwas anderes in ihrem Leben getan. Ich war echt beeindruckt. Okay, die Speisen waren essbar. Sie wird noch viel lernen müssen. Als wir satt waren, gaben wir ihr ein Handzeichen zum Abräumen. Ein Lob für ihre Kochkünste und ihrer Bedienung ersparten wir uns. Kaum hatte sie abgeräumt, klatschte Kadir seine Unterlagen auf den Tisch.

„Dir ist wohl klar, in was für eine Situation du dich gebracht hast. Du bist schon ein selten dämliches Weib. Wärst du nur bei deinem Mann in der Küche geblieben, dann hättest du uns nicht diesen Fraß serviert, aber anscheinend kannst du gar nichts, nicht mal Kochen.“ Man sah, wie sie mit sich zu kämpfen hatte, doch sie verlor. Alles was von uns gesagt wurde, musste sie jetzt kritiklos akzeptieren.

„Du darfst dich zu deinen Mist, den du nichtsnutziges Weib gebaut hast, äußern.“

„Ich schäme mich so, ich will tun, was ihr Herren von mir verlangt. Bitte! Bitte helft mir! Ich habe so eine Angst! Ich möchte nicht ins Gefängnis.“ jammerte sie und die Tränen liefen ihr über die Wangen. Ich war versucht, ihr alles zu verzeihen. Ich liebte sie immer noch. Kabir blieb das nicht verborgen und er sagte:

„Wirst du diesen Mann, der neben mir sitzt, als deinen Herrn und Besitzer annehmen. Ihm in allen Dingen ein gehorsames, unterwürfiges Weib sein und wirst du zum Islam konvertieren und ein Leben voll tiefer Gläubigkeit, Bescheidenheit und Sittsamkeit führen, dann unterschreibe alle hier vorliegenden Verträge und rede nur, wenn dein Besitzer es dir erlaubt.“

Sie unterschrieb tatsächlich alles blind ,ohne es zu lesen und machte mich zu einem sehr wohlhabenden Mann. Kabir rief unseren Notar an. Er kam kurz rein überlas flüchtig die Verträge und zeichnete sie gegen. Nun hatte sie nichts mehr, ausser einen Haufen Schulden bei der Bruderschaft. So sagte ich zu ihr:

„Du kommst mit uns in die Madrasa und sprichst in der Moshee deine Shahada. Ab heute heißt du Rabia. Du brauchst nichts mit zu nehmen, dir gehört sowieso nichts mehr.“

Wir standen auf und sie folgte uns, wie es sich gehört, mit tief gesenktem Kopf und drei Meter Abstand. Ich ließ sie hinten in den Fond einsteigen. Ich war versucht, sie in den Kofferraum zu stecken, aber ich beherrschte mich. Ich werde noch oft Gelegenheit haben, sie zu demütigen. Als sie angeschnallt war, sagte ich zu ihr: „Rabia, alles wird gut!“ Und weg war sie. Kabir sagte: Nun, nach all den Demütigungen, die du von dieser Schlampe erleiden musstest, hat sich für dich doch alles zum Guten gewendet.“ „Gelobt sei Allah und sein Prophet Mohammed!“ rief ich aus und zwei erfolgreiche und glückliche Männer fuhren nach Haus, um die Früchte ihrer Arbeit zu geniessen.

 

Klaus Böhm:

Wieder war es für mich eine unglaublich schöne Nacht. Noch nie liebte ich Rita so wie heute. Sie war fantastisch und sie bat mich wiederum, mit ihr zum Islam zu konvertieren. Auf ihren Wunsch hin habe ich Achmed Kabir, mit seinem Sohn Rashid, Ali Meiser mit Tochter Samira und Kamilas Freundin Amber sowie Ibrahim Arslan zum Essen eingeladen. Kamila war vor Freude schon ganz aus dem Häuschen. Sie scheint wirklich ihr Glück im Islam gefunden zu haben. Auch Sophia blieb wohl von der neuen Religiösität in unserer Familie nicht ganz verschont, wie ich sie das letzte Mal sah, trug sie ein Kopftuch. Eigentlich hätte ich mir viel mehr Sorgen machen müssen, andererseits wurde ich in meiner Familie mit soviel Freundlichkeit und Liebe überschüttet, dass ich nur noch so wenig arbeitete wie ich musste, das Geschäft schien ohne den Chef auch gut zu laufen. Ich war morgens um sechs in der Firma und überprüfte den vorherigen Tag, dann machte ich um neun Uhr eine kurze Mitarbeiterbesprechung und hatte einige Geschäftstermine und um vierzehn Uhr war Feierabend. Um vierzehn Uhr dreißig fuhr ich auf meine Einfahrt und auch die ersten Gäste trudelten ein. Während wir Männer uns angemessen begrüßten, ertönte ein freudiges Geschnatter aus der Frauengruppe. Achmed Kabir sah zu den Frauen hinüber, räusperte sich kurz und schon war Stille eingekehrt. Die Frauen begaben sich direkt in den von Rita hergerichteten Frauentrakt. Als wir Männer uns setzten kam Kamila und brachte uns Tee.

„Herr Kabir, wo haben Sie den Knopf gefunden, mit dem man Frauen steuern kann?“,fragte ich scherzhaft.

„Nun, wenig reden und mehr räuspern, die Frauen lernen schneller als Sie glauben.“ Wir lachten zusammen und ich dachte:

„Die führen doch ein gar nicht ein so schlechtes Leben als Muslime.“ Ich möchte mich zuerst im Namen aller Anwesenden für ihre freundliche Einladung bedanken und ich glaube, wir schulden Ihnen einige Erklärungen. Wenn es ihnen recht ist, stelle ich Ihnen uns und unsere Ziele kurz vor, bevor Sie Fragen stellen? Gut! Wir sind eine salafistische Bruderschaft mit dem Ziel, die Welt zu missionieren. Salafismus ist die strengste Form der Koranauslegung. Wir leben für das Paradies. Wir sind keine Terroristen, wie die Presse uns gerne bezeichnet. Das sind die Wahabiten, also die Saudis. Sie akzeptieren das Töten für ihren Glauben. Für uns ist das völlig inakzeptabel, wer Töten gut heißt ist für uns kein Muslim, sondern ein kreuzdummer Kufar, ein Ungläubiger. Der Islam erlaubt es uns zu allem zu greifen, um die Menschen zu bekehren, aber niemals zur Gewalt. Unser Lebensstil sowohl bei uns Männern, wie bei unseren Frauen verfolgt nur eine Absicht, Allah in diesem Leben zu dienen und so nah wie möglich dem Paradies zu kommen. Die weltlichen Dinge auf ein Minimum zu reduzieren ist unser Ziel. Die Verschwendungssucht des Westens muss so schnell wie möglich gestoppt werden, sonst fliegt uns noch der Planet um die Ohren. Die Sitten- und die Schamlosigkeit unter den Menschen führt zu immer mehr Angst und Gewalt. All das kann eine streng salfistische Ordnung wieder regulieren und das ist unser Ziel: die Machtergreifung. Ich hoffe, ich war ehrlich genug zu Ihnen. Wenn Sie möchten, fragen Sie ruhig!“

„Aber, was ist mit den Frauen? Werden die garnicht gefragt?“, frug ich. Die Antwort lautete:

„Nein! Frauen haben sich zu fügen. Sie dienen und gehorchen ihrem Mann, wenn er ein rechtschaffener Muslim ist, dafür wird sie von ihm beschützt und ihre Kinder werden versorgt. Wenn eine wahre Muslimah einen wahren Muslim heiratet, ist sie glücklich und zufrieden.“

„Und wie wollt ihr unsere Frauen dazu bringen? Das lassen die doch nie und nimmer mit sich machen!“

„Bist du sicher? Kamila, sei so lieb und bitte die Frauen zu uns zu kommen.“ sagte Arslan. Fünf Minuten später standen die Frauen vor uns, sogar Sophia trug einen Schleier. Man sah von ihnen nur einen kleinen Gesichtsausschnitt und sonst nur alles verhüllenden, wallenden Stoff. Arslan frug sie:

„Wenn ihr die Wahl hättet zwischen einem jungen gutaussehenden, westlichen, erfolgreichen Mann und einem zwanzig Jahre älteren, einfachen, allah-ergebenden Mann, wen würdet ihr nehmen? Wer den Westler will, geht einen Schritt nach rechts, wer sich für den Muslim entscheidet, eine Schritt nach links.“ Sophia machte einen großen Schritt nach rechts, aber alle anderen Frauen gingen gleich mehrere Schritte nach links. Sophia guckte ein wenig bedröppelt und sagte:

„Okay, vielleicht habt ihr ja recht.“ und sprang lachend in die Arme ihrer Mutter.

„Euch ist der westliche Lebensstil wirklich vollkommen egal?“,frug ich sie und Rita antwortete:

„Sieh dich doch mal um! Willst du wirklich, dass deine Kinder in dieser kranken Gesellschaft leben müssen, in der der Ellbogen immer mehr zur staatlichen Maxime wird? Sollen sie konsumieren, bis nichts mehr zu konsumieren gibt oder sollen sie deine Enkel in einer liebevolleren und gerechteren Welt großziehen? Wenn du deine Kinder liebst und ihnen eine Zukunft geben willst, dann schließt du dich den Brüdern an.“

Ich war zutiefst von Rita beeindruckt, mit welcher Präzision sie ihren Standpunkt uns erläutert hat. Ich war richtig stolz auf meine kleine Frau und sagte:

„Ich werde über das heute Gesagte in Ruhe nachdenken und mich bald entscheiden.“ Meine drei Mädchen küssten mich und zogen sich wieder zurück, bis auf Kamila, sie musste uns Männer bedienen. So hatte sie leider nicht viel vom Besuch ihrer Freundinnen. Was soll es: sie hatte sich zu fügen.