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So ne Seefahrt, die ist lustig, so ne Seefahrt, die ist schön: (deutsches Sauflied)

 

„So habe ich alles, Genna?“ frug ich mein Eheweib.

„Ich habe dir alles wie immer gepackt, sogar ein Six-Pack alkoholfreies Bier! Mein Herr und Beschützer.“ Sie konnte es nicht lassen.

„Bitte, Schatz. Nicht mehr dieses ‚Herr und Beschützer‘ Zeug.“

„Heute nacht bist du voll darauf abgefahren!“,konterte sie. Kamila und Djamila rannten prustend aus der Küche, sie lachten laut, während sie im Frauentrakt verschwanden.

„Musst du unser Sexleben vor den Kindern breittrampeln?“,frug ich sie streng. Ich erntete ein schlichtes

„Ja!“ und ein freches Grinsen. Brüllend stürtzte ich mich auf sie, nahm sie sanft in die Arme und küsste sie. Ich wußte, wir waren die glücklichste Familie der Welt. Der neue Glaube hat uns wieder vereint. Wir hatten in der Nacht über einen Familienzuwachs diskutiert; besser gesagt, Genna will noch ein Kind von mir. Sie wünsche sich so sehr einen Sohn und sie sei noch jung genug für eine erneute Schwangerschaft. Als Hanna geboren wurde, brauchte ich Jahre, um sie von einem zweiten Kind zu überzeugen.

 

Alles ist wunderbar, aber nichts ist mehr wie früher und ich weiß, dass Peterson Antworten für mich hat. Als ich im Yachthafen eintraf, wartete Richard schon auf mich. In seiner Begleitung war eine junge Hijaabi. „Besser spät als nie, Kumpel?“

„Ich brauchte noch einen zweiten Kaffee, um heute deine widerliche Gesellschaft zu ertragen. So nett und warmherzig begrüßen sich Kumpel. „Ich möchte dir meine neue Frau Faizah vorstellen. Faizah, das ist mein nichtsnutziger Kumpel Klaus. Klaus – Faizah, Faizah – Klaus.“

„Ich weiß nicht, ob ich Ihnen zu Ihrer Entscheidung diesen Schwachkopf zu heiraten, gratulieren darf.“,sagte ich.

„Sicher können Sie das, ich freue mich Sie kennen zu lernen.“,sagte sie lachend. Richard sagte:

„Wenn es dir recht ist, gehen wir an Bord und besprechen alles. Nach unserem Gespräch, wird Faizah sich wieder zurückziehen und dann werden wir unseren letzten ausgefallenen Segelturn nachholen.“ Wir beluden das Schiff und ließen es ein wenig ablandig treiben, dann machten wir es uns bequem und sprachen uns aus. Besser gesagt, Faizah erklärte mir die Notwendigkeit der Handelungsweise der Bruderschaft und wies mich mehrfach auf mein neues Familienglück hin. Sie erklärte mir, dass auch sie selbst brutalst manipuliert wurde. Hätte die Bruderschaft sie ohne diese Maßnahme über ihr Handeln informiert, wäre sie als Agentin gezwungen gewesen, alles auffliegen zu lassen. Jetzt war sie eine glücklich verheiratete, gehorsame und fromme Muslimah. Sie bereue nichts und wäre sicher, dass meine Mädchen genauso denken würden, wie sie. Sie nahm meine Hand, küsste sie und berührte mit ihr ihre Stirn und wandte sich von mir ab. Zwischenzeitlich hatte Richard den Hilfsdiesel angeschmissen und wir tuckerten an Land, um sie bei ihrem Auto abzusetzen. Dann segelten wir endlich los. Es war ein ruhiger Turn und ich spürte, wie unsere Freundschaft wuchs. Es sollte zu einer Freundschaft zweier Familien und zu einer politischen Freundschaft werden. Bis dahin war es aber noch ein langer Weg.

 

Amber:

Pläne ändern sich schon mal. Es war Freitagmittag. Ich kam gerade aus der Schule, als der Imam nach mir schickte. Sofort machte ich mich auf den Weg. Ich klopfte dreimal an seine Bürotür. Dadurch wusste er, dass ein Weib um Eintritt bat, so wurde es mir beigebracht. Dann hatte ich nur noch vor der Tür zu warten, bis mir geöffnet wurde – egal wie lange es dauert. Ein gutes Weib muss sich immer in Geduld üben und warten und nicht ungeduldig einen Mann bedrängen. So wartete ich still, bis mir geöffnet wurde.

„Komm rein und setz dich, Amber.“ Ich trat ein und kniete mich auf das Kissen neben der Tür. Der Imam ging zurück zu seiner Sitzgruppe. Neben ihm saß ein ungefähr vierzig Jahre alter Mann und meine Liebe, mein Roger.

„Ich habe eine wunderbare Nachricht für dich, liebe Schwester. Du wirst bald heiraten! Ich möchte dir Mahmud Saif ad-Din vorstellen, dir wird die Ehre zu teil, sein drittes Weib zu werden. Wir haben dich schon von der Schule abgemeldet, die brauchst du jetzt nicht mehr. Du wirst jetzt von meinem Weib Selima zu den Hochzeitvorbereitungen gebracht. Du darfst jetzt gehen."

Ich war geschockt. Ich dachte Roger wird mein Herr und Beschützer. Er hatte sich doch so sehr um mich und meine Mutter gekümmert und seine Mutter Fatima sollte mich doch anleiten. Wie würde ich sie doch alle vermissen. So stand ich, auf Selima wartend, im Flur und übte mich im Gehorsam und versuchte dankbar mein Schicksal zu akzeptieren. Es näherte sich mir eine Niqaabi und gab mir ein Zeichen ihr in den Frauentrakt zu folgen. Dort warteten zwei Niqaabis auf mich. Ich las auf meinem Display: Geh ins Bad und zieh dich aus. Ich gehorchte und wartete nackt auf die Frauen. Ich wurde am ganzen Körper, bis auf mein Kopfhaar mit einer scharf riechenden Substanz eingerieben: Zuerst fing es an zu jucken, dann brannte es immer schlimmer. Der Schmerz war unglaublich. Endlich wurde ich abgeduscht und ich sah eine Brühe kurzer Körperhaare und toter Haut in den Abfluss verschwinden. Dann trugen sie in dicken Schichten ein süß riechende Salbe auf meinen geschundenen Körper auf und wickelten mich wie eine Mumie in feines Leinen ein. Mund, Nase, Titten und Vagina ließen sie frei. So lag ich da, blind und absolut bewegungsunfähig. Sie steckten mir einen Knebel in den Mund und dann spielten sie an meiner Pussie, bis ich heiß wurde. Sie saugten schmerzhaft mit einem Röhrchen an meinem Kitzler, dann durchfuhr mich ein unglaublicher Schmerz und ich war ihn los und fiel in eine gnädige Ohnmacht. Allah sei gepriesen, dass ich von der Verzierung meiner Titten mit kleine Goldkettchen nichts mitkriegte. Doch passend zur Perforierung meines Septums wurde ich wieder wach. Es war nicht ein einfaches Durchstossen von Haut. Sie gingen tiefer rein und durchstießen die Nasenscheidenwände und setzten ein Art Tunnel ein, es war wirklich sehr schmerzhaft. Dann zeigten sie mir den Nasenring. Es war ein Monstrum. Er war dick und groß. Er würde auf meinem Kinn liegen und meine Nasenflügel spreizen. Sie kannten keine Gnade. Allah sei gepriesen, er war wenigstens leicht, er war wohl hohl. Dann begannen sie mit einer Tätowiermachine mein Gesicht, meine Arme und meinen Bauch mit feinen Arabesken zu verzieren. Ich war nur noch Schmerz, alles tat mir weh und meine Nerven waren so überreizt, dass jede Berührung mir Schmerz bereitete. Doch ich sollte bald erlöst werden. Sie packten mich auf einen Rolltisch, legten ein dickes Tuch über mich, dass nur noch mein Mund zu sehen war und rollten mich weg. Ich hörte eine Männerstimme sagen: „Guten Tag, ich bin dein Arzt. Ich werde dich jetzt betäuben und dir dann die Stimmbänder durchtrennen, wie dein zukünftiger Mann es wünscht.“ Er legte eine Maske auf meinem Mund und ich war weg. Ich wurde wach und alles tat mir weh, aber jetzt waren es nur Schmerzen nicht dieser alles erfüllende Schmerz mehr. Was haben sie nur aus mir gemacht. Ich betrachtete meine tätowierten Arme, ich musste schon länger hier liegen, denn die Rötungen waren fast nicht mehr zu sehen. Sie waren eigentlich sehr schön. Untenrum trug ich eine Pampers, ich wollte auch gar nicht so genau wissen, wie es jetzt da aussieht. Ich wusste ich war stumm und ich musste weinen. Nie könnte ich mein zukünftiges Kind in den Schlaf singen, es trösten, wenn es traurig war. Ich versuchte aufzustehen, was recht schmerzhaft war. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ging zum Spiegel. Ich war nicht mehr da. Ich sah ein dekoriertes Vieh, dass da mit Goldkettchen an Titten und Pussie behangen war und einen riesigen Nasenring trug. Die Tätowierungen taten ihr Übriges. So fanden sie mich, kniend vor dem Spiegel, in Tränen aufgelöst. Wie ich erfahren sollte, waren es meine baldigen Mitfrauen Eins und Zwei, stumm halfen sie mir auf und brachten mich ins Bett. Ich wurde frisch gepampert und meine Wunden wurden versorgt. Ich dachte:

„Ich werde meinem Mann mit all dem Schmuck und meinen physischen Veränderungen ganz bestimmt gefallen. Ist es nicht meine Aufgabe, nur ihm zu dienen, zu gehorchen und zu gefallen. Ich sollte dankbar all diese wunderbaren Gaben von ihm annehmen und nicht hinter ein Leben als ungläubige Schlampe hinterher heulen. Ich hatte die Ehre das dritte Weib Mahmud Saif ad-Din zu werden. Erschöpft schlief ich ein.

 

Kamila:

Allah sei gepriesen, endlich Freitag. Ich freute mich, auf ein Wochenende zusammen mit Selima und Ibrahim. Zu Hause war es, seit alle konvertiert waren, auch schön. Aber unter Ibrahims Aufsicht durfte ich mein Wochenende in Purdah verbringen. Purdah bedeutet, tief verschleiert, geknebelt und halb blind zu sein. Alles ist bis aufs Kleinste festgelegt. Ich verrichtete alle Dienste im Haushalt und dazwischen betete ich oder las im heiligen Koran. Islam heißt Unterwerfung für Allah und Purdah war für mich die reinste Form der Unterwerfung. Alles ausblenden und nur Allah dienen, machte mich endlos glücklich. Wir hatten Gäste: Ali Meiser war verreist und so hatte Ibrahim Arslan die Aufsicht über seine Frauen. Ich freute mich auf ein Wochenende mit Samira und Selima hatte Aleyna und Rabia zur Gesellschaft, Ali Meisers erstes und zweites Weib wäre wohl die korrekte Bezeichnung. Es versteht sich von selbst, dass die Meiserfrauen tief verschleiert und geknebelt waren und unten rum steckten sie natürlich in stählerne Keuschheitsgürtel. So umsorgt, konnten sie in unserem Haushalt bleiben. Auf unseren Displays erschien eine Nachricht:

„Bruder Mahmud Saif ad-Din heiratet am Sonntag. Er nimmt Schwester Amber Meyer zum dritten Weib.“

Ich war baff. Vor einer Stunde hatten Samira und ich in der U-bahn noch neben ihr gesessen. Wir Frauen freuten uns natürlich für sie, und auf das Fest am Sonntag. Leider wurde uns bis zur Hochzeit jeder Kontakt mit ihr verboten. In aller Stille verrichteten wir bis dahin unseren Dienst und die Gebete, geborgen und glücklich in der Gemeinschaft der Frauen.