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Amber:

Eine von dreien. Meine Wunden waren gut verheilt und heute soll ich das dritte Weib von Mahmud Saif ad-Din werden. Ich war jetzt wunderschön. Mein Herr hatte mir eine Tittenvergrößerung geschenkt. Die Lippen waren auf gespritzt worden und ein goldener Nasenring umrahmte meine neuen, knallrot tätowierten Lippen. Von den Nasenflügeln über meine Titten bis zu den Schamlippen, überall hingen kleine Goldglöckchen. Jeder gute Muslim würde sich jetzt von mir abwenden, wenn er die Glöckchen hörte. Eins und Zwei kleideten mich ein.

Alles war weiß. Zuerst ein knöchellanges Hemd mit hohem Stehkragen und langen Arm. Ein unglaublich aufwendig gefalteter Hijab umrahmte mein Gesicht. Ein aufwendig mit Perlen verzierter Niqaab bedeckte mein Gesicht. Darüber trug ich eine schwere Hochzeitsabaya. An diesem Tag war ich zum ersten und letzten mal ein weißes Gespenst. Sie legten mir goldene Ketten an Armen und Beinen an. So konnte ich nur noch sehr kleine Schritte machen. Die Arme waren am Ellbogen hinter meinem Rücken zusammen gekettet, so konnte ich sie nicht ausstrecken. Blind stolpernd führten sie mich in den für Frauen reservierten Teil der Moschee. Der Imam erklärte mich zum dritten Weib Mahmud Saif ad-Din. Dann wurde ich, unter lautem Beifall und Umarmungen der Schwestern, in die Hochzeitsgemächer geführt, um auf meinen Mann zu warten. Nach geraumer Zeit trat er ein. Ich legte mich aufs Bett und er bestieg mich. Nach dem er sich in mir entleert hatte, stand er auf und verließ mich ohne ein Wort. Erst jetzt war ich sein drittes Weib, kurz ‚Drei‘. ‚Eins‘ und ‚Zwei‘ wuschen mich und wir warteten auf ein erneutes Erscheinen unseres Mannes. Drei Tage dauerte die Hochzeit, in der ich meinem Herrn rund um die Uhr zur Verfügung stehen musste. Danach reisten wir nach Ägypten, in seine Heimat.

 

Ali Meiser und Aleyna,Rabia,Samira:

„Was für ein Leben!“,dachte ich. „Ich habe einen fantastisch gut dotierten Job, bin Herr über zwei devote Weiber und meine Tochter heiratet den Sohn des Sheik, Rachid.“ Noch vor drei Monaten hauste ich mit meiner Tochter in einer Hartz4-Mietskaserne, ohne Perspektive und genug Geld. Mit Mühe und Not schafften wir es Petra jetzt Samira aufs Gymnasium zu schicken. Doch jetzt war alles anders und besser. Ich leite jetzt ein wirklich großes Projekt. Ich errichte in allen unseren Madrasas und Mosheen absolut kostenlose Sozialstationen, die die‚Tafel‘,den ASB, das Rote Kreuz und alle anderen Hilfsorganisationen in den Schatten stellen sollen. Missionierungen oder Gaseinsatz sind streng verboten. Faizah Peterson, eine sehr bemerkennswerte Frau, hat das Konzept erarbeitet und ist für das PR zuständig. Sie ist unsere junge, dynamische und moderne Vorzeigemuslimah, die wir bald in fast jeder Talkshow bewundern werden dürfen. Salafismus mit rosa Schleife! Was der AfD kann, können wir schon lange und viel besser. Ich dachte gerade verträumt, wie sich Sarah Wagenknecht, die AfD-Schlampe Weidel und unsere Faizah gegenüber sitzen und die letzten Nazi-Ausschreitungen kommentieren, untermalt von Videos, die eine nicht handelnde Polizei und einen rasenden Nazimob in bester HD-Qualität zeigen . Da kann TV auch mal Spaß machen!, als ich von Samira auf gestört wurde.

„Papa, Samira an Papa, bist du da?“ nervte mich mein Sonnenschein.

„Was ist denn, Prinzesschen?“ Damit konnte ich sie immer ärgern.

„Dein ‚Prinzesschen‘ möchte an einer Friedensdemo teilnehmen, Majestät.“,sagte sie pikiert mit einem breiten Grinsen.

„Das wird seine Majestät wohlweislich zu verhindern wissen. Und jetzt lass mich arbeiten, Liebes. Und sage meinen Weibern sie sollen mir einen Kaffee bringen!“

„Papa, bitte! Wir wollen der Welt zeigen, dass wir nicht diese Teufel sind, wie es dauernd von den Medien breitgetreten wird.“

„Heute abend kommen die Kabirs und Peterson mit Frau zu Besuch, Soraya bringt auch den kleinen Mahmud mit, da kann ich es mal ansprechen, wenn du unbedingt Rachid verärgern willst, okay?“

„Ja, das ist schön, besonders freue ich mich auf den Kleinen. Aber Rachid wird bestimmt sehr verärgert sein, dass ich auf eine Demo gehen will.“,sagte sie. Allah segne Rachid.

„Du solltest langsam begreifen, dass du dich aus öffentlichen Dingen raus zuhalten hast, wenn du seine Frau werden willst. Geh und lies den heiligen Koran, dass gefällt Allah, mir und ganz besonders deinem zukünftigen Ehemann.“ Sie seufzte:

„Du hast ja recht, ich werde wie immer brav das Haus hüten, wie es einer guten Muslimah ansteht und bleibe den Demos fern. Ich kümmere mich, um deinen Kaffee und dann werde ich im heiligen Buch lesen.“

„Kopf hoch, Prinzesschen, alles ist, so wie es jetzt ist, nur gut für dich!“

 

Der Besuch:

Am Abend saßen wir nach einem guten Essen beisammen: Der Sheik Ahmed Kabir, sein Sohn Rachid und Richard Peterson mit seiner Frau Faizah. Da wir die nächste Offensive planten, musste sie mit dabei sein, auch wenn sie lieber bei den Frauen gewesen wäre. Sie durfte sich voll verschleiern, um sich in der Gesellschaft von uns Männern wohl zu fühlen. Sie erklärte ihr neues Programm und berichtete von ihren neuen Kontakten in Politik und Presse. Danach sagte sie:

„Dieses Leben ist für mich ein Alptraum, dauernd bin von fremden Männern umgeben und muss mich öffentlich zur Schau stellen. Warum darf ich nicht so leben, wie meine Schwestern. Bin ich etwa eine schlechtere Muslimah? Darf ich mich jetzt bitte zurück ziehen?“

„Danke Schwester, durch dein Opfer erweist du unserer Sache einen großen Dienst, aber jetzt hast du dir redlich etwas Erholung im Kreis der Frauen verdient. Du darfst jetzt gehen.“

Als sie fort war, sagte der Sheik: „Wir müssen unsere MC-Technik noch optimieren. Auf Frauen wie sie können wir nicht verzichten. Ich werde mich mit den Brüdern beraten. Man merkt, Faizah war eine Spitzen BND-Agentin in ihrem Konzept weist sie auf Risiken hin, die wir nicht mal im Ansatz erkannten. Ich bin froh, sie auf unserer Seite zu wissen. Bruder Ali, du hast ganz hervorragende Arbeit geleistet, dass wir so schnell unsere Sozialstationen etablieren konnten, ist mit Sicherheit dein Verdienst. Nun zu dir, Richard. Der Mitgliederzustrom in der CDU durch Muslime klappt ja ganz gut. Du und Faizah werdet schon als neue Hoffnung gesehen. Deiner Wahl zum NRW-Ministerpräsidenten in drei Jahren sehe ich erwartungsvoll entgegen.

 

Bei den Frauen:

Endlich konnte ich die Männer verlassen und betrat den Frauentrakt des Hauses. Vollkommen still und liebevoll wurde ich von den Frauen umarmt und begrüßt. Sogleich entspannte ich mich. Ich las auf meinem Display: „Willkommen, liebe Schwester, Faizah, setz dich zu uns und iss und trink was.“

Dankbar nahm ich Platz und bekam nach Stunden, endlich was zu trinken. Diese Männer können so rücksichtslos sein. Zuerst musste ich sie den ganzen Abend bedienen, dann über eine Stunde mit ihnen mein Konzept bearbeiten. Und das alles halb blind unter dicken Schleiern, unter denen es ganz schön heiß werden kann. Aber jetzt war ich unter meines gleichen, nur noch unter dem ersten, dem leichten und luftigen Niqabschleier. Ich genoss die Stille, das Essen und das Trinken. Und natürlich dieses einzigartige Gefühl der Geborgenheit in Gesellschaft gläubiger Muslimahs. Für mich leider ein sehr seltenes Ereignis, da ich als Frau eines Spitzenpolitikers immer in der Öffentlichkeit stand. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass, wenn mein Herr sich eine zweite Frau nimmt, ich immer diese Art von Gesellschaft haben könnte. Im Moment viel zu riskant, vielleicht irgendwann mal.