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Zwei Wochen später:

 

Peterson:

 

Die Brüder hatten eine neues MC-Verfahren entwickelt, dass es Faizah und natürlich anderen uns nützlichen Frauen, wie Ärztinnen, Programmiererinnen, etc., einen ungezwungenen Umgang mit der Öffentlichkeit ermöglichte. Sie wurde gerade in der Madrasa neu konditioniert. Ich saß mit dem Imam beim Tee, als sie eintrat.

„Salam alaikum, ihr Herren, kann ich auch einen Tee bekommen?“,frug sie ganz unumwunden.

„Du möchtest mit uns Männern Tee trinken?“

„Sicher, was ist schon dabei?“,antwortete sie schnippisch.

„Keine Angst, ich bin immer noch auf eurer Seite, allerdings nicht mehr so gehandikapt. Ich habe jetzt bei fremden Männern weniger Berührungsängste, aber bin, Allah sei gepriesen, immer noch eine Salafistin reinsten Wassers.“

„Dann werde ich dir einen Tee einschenken, wenn du erlaubst?“,bot ich ihr an.

„Auf keinen Fall wird mich mein Herr bedienen, das ist immer noch mein Job!“ sagte sie.

„Alles bleibt, wie es war. Ich will dir eine gehorsame Frau sein und dich bedienen, dann bin ich auch deine glückliche Frau. Und selbstverständlich werde ich nicht mit euch Tee trinken.“

Sie erhob sich und ging zum Frauentrakt. Sie kannte ihren Platz im Leben. Ich sagte zum Imam:

„Meiser hat ein Problem mit seiner zweiten Frau, Rabia. Er glaubte, er könnte noch mal mit ihr von vorne beginnen, aber sie hat ihn zu schlimm verletzt. Wenn er sie sieht, wird er wütend und sie stört den Familienfrieden. Er will sie verstoßen.“

„Kein Problem, ein Bruder aus Afghanistan muss unbedingt eine deutsche Frau heiraten, sonst wird er abgeschoben, dass kommt jetzt wie gerufen.

 

Rabia:

„Ich bin so traurig. Ich habe doch alles, was ich besitze meinem geliebten Herrn geschenkt, doch er kann mir einfach nicht meine Sünden verzeihen. Ich habe ihn zu schlimm verletzt. Ich verdiene es nicht sein Weib zu sein.“ „Schlampe“,so rief er mich, „Komm zu mir!“

Schnell eilte ich zu ihm und warf mich vor ihm zu Boden, wie er es mir befohlen hat.

„Ich verstoße dich! Ich verstoße dich! Ich verstoße dich! Du scherst dich zum Imam und lass dich bei mir nie wieder sehen. Verschwinde aus meinen Augen, sofort! Raus mit dir!“

Ich rannte, so schnell ich konnte aus der Wohnung. Dann aus dem Haus. Ich stand auf der Straße, allein, ohne den Schutz eines Mannes, ich war vor Schreck paralysiert. Ich war nicht mehr die Caroline Meierberg, die Frau, die bekam, was immer sie wollte. Ich war Rabia, ein Weib, das seinem Herrn diente, das im Schutz seines Hauses lebte und nicht allein auf der Straße stand.

„Das hast du verdient, du Schlampe, du gehörst dahin, was du bist: Dreck.“ Voller Scham machte ich mich auf den Weg zur Wohnung des Imam. Ich stand vor seiner Tür und wollte klingeln. Da durchfuhr es mich, ich bin eine ehrlose Schlampe und ein verstoßenes Weib, wie kann ich einem Mann, wie dem Imam gegenübertreten? Ich brach zusammen.

Ich kam in Selimas Zimmer wieder zu mir.

„Bist du endlich wach Unwürdige?“,frug mich ein schwarzer Geist.

„Ich habe dir meinen alten Niqaab und eine alte Abaya herausgelegt. Zieh das an, damit dein Anblick niemand beleidigt. Dann knebelst du dich, damit deine Stimme niemand beleidigt und wartest.“

Es war als würden ihre Worte Peitschenhiebe sein. Nichts schwesterliches, sondern tiefste Verachtung lag in ihrer Stimme. Wimmernd wie ein Köter, bedeckte ich mich so schnell es ging und knebelte mich. Sie zeigt in eine Ecke.

„Verkriech dich dahin und stör mich nicht.“ Es war eine winzig kleine Nische zwischen Wand und Tür wo ich mich hinkauern musste. Wenn die Tür geöffnet wurde, wurde ich schmerzhaft in die Ecke gequetscht. Genna, Kamila und Djamila kamen zu Besuch. Selima öffnete ihnen mit weit geöffneter Tür. Vor Schmerz quietschte ich durch meinen Knebel.

„Sei still, Schlampe.“,sagte sie mir. Die Frauen beachteten mich nicht. Selima verließ den Raum, um Tee und Gebäck für ihren Besuch zu holen, nicht ohne mir die Tür nochmal ins Kreuz zu rammen und nochmal das gleiche, als sie wiederkam. Mein Herr hatte recht, ich gehöre dahin, was ich bin: Dreck. Geraume Zeit später sagte Selima:

„Du sollst zur Madrasa kommen, beeil dich sie warten schon.“

Ihre bissigen Worte rissen mich aus meinem Selbstmitleid und ich eilte zur Madrasa. Wie dankbar ich doch Selima für ihre alten Schleier war, ich hätte keinen Schritt in die Madrasa tun können. So trat ich schnell ein und kauerte mich in eine Ecke. Der Imam kam zu mir in seiner Begleitung ein gut sechzig Jahre alter Mann in afghanischer Kleidung; wie ich viel später erfahren sollte, war er schon achzig. Er sagte:

„Dies ist Adil, du wirst seine Frau, an ihm wirst du mit ganzer Hingabe deine Schuld durch absoluten Gehorsam und Unterwürfigkeit abarbeiten. Komm mit!“

Ich folgte ihm in sein Büro und unterschrieb im Beisein eines Notars, die erforderlichen Papiere.

„Nach der Scharia bist du jetzt sein Weib, die standesamtliche Hochzeit findet in drei Wochen statt. Mach deinem Mann Ehre, damit deine bald wiederhergestellt ist.“

Mein neuer Mann reichte mir einen blauen Stoffballen. Es war eine Burqa. Dankbar zog ich sie über mich, um die ehrlose Schlampe zu verstecken. Stumm folgte ich ihm in mein neues Zuhause. Es war eine sehr kleine Zweizimmeraltbauwohnung, sie sollte die nächsten Jahre, der Ort werden an dem ich meinen Herrn und Beschützer dienen sollte und den ich nie verlassen durfte.

 

Selima:

„Heute will ich Kamila fragen, ob sie meine Mitfrau werden will.“ Ich hatte Genna und Kamila zum Frühstück eingeladen.

„Nun, Genna, endlich bist auch du Muslimah. Ich freue mich ja so für Kamila. Wie oft hat sie mir gesagt, wie sehr sie es sich wünscht, ihre Familie vereint im rechten Glauben zu sehen.“

„Ja, der Islam hat meine Familie wieder vereint. Er hat meine Ehe gerettet und meine Töchter sind mir so nah, wie nie.“

„Sie werden bald heiraten, dann bist du allein in deinem großen Haus, so wie ich. Wenn nicht Besuch da ist, fühl ich mich doch oft sehr einsam.“,sagte ich. Genna nahm mich in die Arme und sagte:

„Verzeih mir, für uns ist alles noch so neu und der Gedanke an eine zweite Frau neben mir, gefällt mir gar nicht.“

„Du wirst sehen, schon sehr bald könnte sich deine Einstellung ändern. Was bleibt dir auch übrig, wenn dein Mann sein Recht einfordert, du hast ihm zu gehorchen. Es wäre deine Pflicht die neue Frau wie alle Schwestern zu lieben und alles mit ihr zu teilen, denn keine darf bevorzugt werden.“ „Ich weiß, das du recht hast und ich weiß, dass ich mich in mein Schicksal als Muslimah einfinden werde. Dieses Leben möchte ich niemals mehr aufgeben.“

„Deshalb möchte Ibrahim Kamila zur zweiten Frau nehmen, wir sind uns an den Wochenenden schon so nahe gekommen und Ibrahim freut sich, wenn sie da ist. Was meinst du?“

„Aber sie ist gerade erst neunzehn und Ibrahim ist kaum älter als ich. Das geht überhaupt nicht.“,rief sie empört.

„Mama! Fragt mich eigentlich jemand.“,warf Kamila ein.

„Nein!“ riefen ich und Genna gleichzeitig. Dann war es still, wir schauten uns an und fielen uns laut lachend in die Arme. Wir wussten, wer es ist, der entscheidet, wen Kamila letzendlich heiraten musste. Egal, ob wir uns stritten oder liebten.

„Nun, Kamila, was möchtest du sagen?“,frug Genna versöhnlicher. „Selbstverändlich werde ich, als gehorsame Tochter, den Mann heiraten, den mein Vater bestimmt. Wenn ich die zweite Frau Ibrahim Arslan werden soll, wäre ich zutiefst geehrt.“,sagte sie.

Ich war sehr stolz auf sie und sagte: „Sei mir allzeit willkommen, liebe Schwester und du weißt, auch du darfst, als Frau eines Imams eine Niqaabi werden. Vielleicht auch deine Mutter! Schließlich ist sie ja seine Schwiegermutter.“ Genna sagte:

„Manchmal denke ich an die Zeit vor meiner Konvertierung. Hätte vor sechs Wochen jemand zu mir gesagt, ich würde davon träumen ein Leben als Niqaabi zu führen, ich hätte ihn ausgelacht. Ich ahnte nicht im enferntesten, wie glücklich mich das machen könnte. Aber wie auch immer entschieden wird, wir werden uns in unser Schicksal fügen.“

Wir saßen noch ein Stündchen beim Tee und plauderten über dieses und jenes, dann mussten sie gehen. Kurz darauf erschien mein Herr:

„Und, wie haben sie reagiert?“

„Sie werden sich fügen, Herr! Darf ich sprechen?“,frug ich devot. Jetzt, wo mein Herr so gut gelaunt war, sollte ihm die frohe Nachricht seiner baldigen Vaterschaft bestimmt erfreuen.

„Sprich!“

„Ich bin endlich schwanger, Herr!“ Er sagte: „Gepriesen sei Allah!“ und ging.