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Teil 36

Dr. al Gossarah:

Mit der tatkräftigen Unterstützung von Sheik Kabir, Richard Peterson und Ibrahim Arslan und natürlich durch meine Eheschließung mit Lizzy Wiesner, würde meiner baldigen Einbürgerung nichts mehr im Wege stehen. Auch meinen anderen zwei Weibern wurde dauerndes Aufenthaltsrecht garantiert. Die Eröffnung der ersten islamischen Klinik in Duisburg war ein voller Erfolg. Damit es überhaupt so weit kam, mussten wir gegen mächtige Widersacher antreten: Ärztekammer, AOK, Teile der Pharmaindustrie, etc. Denn unser Finanzierungskonzept war für diese Selbstbediener an öffentlichen Geldern eine schallende Ohrfeige. Ich will euch nicht mit Einzelheiten langweilen. Nur soviel: Jeder eingenommene und ausgegebene Cent war öffentlich einsehbar, immer. Ihr könnt euch denken, wie nervös von der Politik und den Lobbyisten darauf reagiert wurde und das schlimmste für sie war: Wir alle ohne Ausnahme arbeiteten für Gotteslohn. Wir wurden nach der Anzahl unserer Familienangehörigen bezahlt, die mit uns im angeschlossenen Wohnbereich der Klinik lebten. Keiner musste Miete bezahlen und Nahrungsmittel waren umsonst. So ergaben sich extrem niedrige Gehälter und immer ein ausreichend großer Personalstock, bei deutlich niedrigeren Kosten.

 

Trockene Politik mit etwas Würze von Vulcan:)

Ein Blick in die Zukunft?

Ali Meiser und Faizah Peterson waren die Konstrukteure unseres Sozialplans und mittlerweile Dauergäste in den TV-Talkshows. Sie hatten der ‚Tafel‘ längst den Rang abgelaufen.

Auch Ibrahim Arslan wurde trotz seines öffentlichen Engagements für den Salafismus und seiner sehr erfolgreichen Missionsarbeit von der Presse hofiert. Das führte bisweilen zu sehr seltsamen Situationen:

Eine junge Journalistin hatte ein Interview mit dem Imam und war recht offenherzig gekleidet. Sie wurde einfach in einen kleinen Raum mit Mikrophon und Lautsprecher gesperrt und aufgefordert ihre Fragen zu stellen. Sie war zuerst richtig angepisst, wurde aber schnell ruhiger und stellte brav ihre Fragen. Am Ende des Interviews bat sie den Imam sogar um Verzeihung wegen ihres offensichtlichen Affronts.

Sie konvertierte einige Tage später und man verlor sie aus den Augen.

An Richard Peterson und Klaus Böhm kam mittlerweile in der CDU keiner mehr vorbei. Peterson wurde ernsthaft als neuer NRW-Ministerpräsident gehandelt, den farblosen Lasche wollten sie eh loswerden. Er würde der erste deutsche, zum Islam konvertierte Ministerpräsident werden. Die zukünftige CDU-Kanzlerkandidatin AKK, eine bekannt knochentrockene Christin und Konservative, war seine stärkste Unterstützerin. Denn sie hatte die Hoffnung, sollte er es schaffen, die absolute Mehrheit für die CDU im NRW-Landtag zu gewinnen, würde die CDU nur zu gerne die CSU zum Teufel jagen und sich für die nächste Landtagswahl in Bayern aufstellen. Die Pogromstimmung gegen den Islam hatte einer neuen Toleranz Platz gemacht. Gerade die Erzkonservativen hielten mit ihrer Begeisterung für die neue Sittsamkeit bei den Frauen nicht hinter den Berg. Die Zeiten für nacktes Fleisch in der Öffentlichkeit gehörten bald der Vergangenheit an. Alleinerziehende Mütter erhielten einen besonderen Schutzstatus, der durch Kürzungen der Harz4-Leistungen finanziert wurde.

Speziell alleinstehende Arbeitslose fielen durch dieses Raster, für sie war es kaum mehr zu schaffen über die Runden zu kommen.

Immer mehr junge Frauen forderten daher die Einführung der Polygamie, um ein menschenwürdiges Leben an der Seite eines schon verheirateten Mannes führen zu dürfen.

Die Politik reagierte außergewöhnlich schnell. Wenn ein Mann oder eine Frau den Nachweis erbrachte, ein oder eine zweite Lebenspartner(in) versorgen zu können, wurde ihr, ihm ein(e) zweite(n) Lebenspartner erlaubt.

Im Falle eines Polygamen vergab das Standesamt schnell die Erlaubnis. Eine Arbeitslose weniger.

Frauen, die das Ansinnen äußerten, zwei Männer zu heiraten waren ein Fall für die Geschlossene.

Obwohl von den Änderungen am stärksten betroffen, kämpften die Frauen für deren sofortige Umsetzung. Ihnen reichte eine Bundeskanzlerin AKK. Der gezielte Gas und Naniteneinsatz - speziell im Bildungsbürgertum - zeigte  hier erste ernstzunehmende Auswirkungen auf die Gesellschaftsordnung.

 

Arbeitstreffen beim Sheik:

Anwesend Richard Peterson, Ali Meiser, Klaus Böhm, Ibrahim Arslan, überregionaler Bauleiter Frank Weber, Dr. Gossarah, der Sheik Ahmed Kabir und sein Sohn Rachid und ein neuer Stern am Himmel: Ahmed Arslan, Gründer und Vorsitzender, der ‚Jungen Patrioten‘.

Faizah Peterson, eine der wichtigsten Helfer, der Bruderschaft saß mit Soraya in der Küche, um das Essen zuzubereiten und um den kleinen Mahmud zu versorgen.

„Soraya, meine Liebe! Wie ergeht es dir ohne dein Purdah?“ frug Faizah.

„Es ist in Ordnung, aber wenn Ahmed eine zweite Frau will, dann nur, wenn beide in Purdah leben.“, sagte sie.

„Er will eine zweite Frau?“

"Jein, ich auch! Es ist langweilig immer allein in diesem großen Haus zu sein. Eine liebevolle Schwester zu haben, wäre schön.“

„Wie ich dich doch, um deine Langeweile beneide! Vor lauter Arbeit und Terminen komme ich zu nichts mehr. Ich schaffe es gerade noch meine Gebete pflichtgemäß zu erfüllen.“

„Nun lass uns schweigen, wie es uns gebührt und mit Hingabe unseren Dienst verrichten!“ ,sagte Soraya und Faizah genoss die Stille, die sie allzu oft so vermisste.

Soraya konnte das gar nicht verstehen, aber Faizah war die einzige eingeweihte Frau und sie würde, wenn alles nach Plan lief noch lange diese ihr verhasste Öffentlichkeitsarbeit an der Seite der Bundeskanzlerin machen müssen.

Sie war verdammt dazu, die Vorzeige-Muslimah zu spielen. Momentan genoss sie das friedliche Zusammensein mit Soraya, es erinnerte sie an die erste Zeit in der Madrasa.

Bald war das Essen fertig zubereitet und sie brachten es den Männern. Faizah und Soraya bedienten sie, wie es ihre Pflicht war, still und unauffällig. Nachdem die Männer satt waren, bedankten sie sich und die Frauen durften abräumen.

In der Küche aßen sie dann still die Reste und kochten den Männern zwischendurch Tee.

„Nun, meine Herren haben wir unseren neuen Aktionsplan aufgestellt und werden ihn wie immer unserer Schwester Faizah, Allah segne sie, zur Begutachtung vorlegen.“ , sagte der Sheik.

Dr. Gossarah meinte: „Ein in der Bruderschaft einmaliges Ereignis: eine Frau beurteilt uns Männer.“

„Mein lieber Dr. Gossarah, diese Frau hat mehr für uns getan, als einer von uns. Sie ist ein absolutes Naturtalent und sie brachte mich erst auf die Idee unsere Gemeinschaft so radikal zu reformieren.

Das bringt mich zu deiner Ehe mit Lizzy Wiesner. Ich war nicht sehr erfreut zu hören, dass sie in strengstem Purdah lebt und du ihr die Stimmbänder gekappt hast.“, sagte der Sheik.

„Ahmed, verzeih mir. Ich habe schon zwei stumme Frauen. Es ist meine Pflicht sie alle gleich zu behandeln. Wie es der Prophet uns befahl.“

"Ich weiß, ich habe Ali und Faizah gebeten sich des Falles anzunehmen, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden.“

Dass Faizah in diesem Zusammenhang erwähnt wurde, ließ den alten Doktor erst mal schlucken. Er war ein knochentrockener Salafist. Doch entscheidend war seine Rolle als Klinikvorstand und die erfüllte er mit Bravour.

„Nun wollen wir ein neues Gesicht in unserer Mitte begrüßen: Ahmed Arslan, Gründer und Vorsitzender der ‚Jungen Patrioten‘.“ sagte der Sheik.

„Entschuldigung, ich war nur Mitbegründer und bestimmt nicht der fleißigste.“ ,warf er schüchtern ein. Alle lachten.

„Mein Sohn, deine Bescheidenheit ehrt dich. Aber du hast deine Leute nahtlos in die Madrasa eingegliedert und alle sind konvertiert. Eine so starke und schlagfertige Ansammlung junger, deutscher Intelligenz, wie du sie geschaffen hast, gibt es nirgendwo sonst. Ich bin mir absolut sicher, dass ihr euren Einfluss schon bald auf alle Schulen dieses Landes ausgedehnt habt. Wir können wirklich stolz auf euch sein.

Ibrahim kriegt sich vor lauter Glück euch betreuen zu dürfen, kaum mehr ein.“ lachte Kadir.

„Mein Leben und das Aleyna Meisers, Weib des Ali Meiser, hat sich durch unsere Jugendarbeit unglaublich bereichert.

Und dir Dr. Gossarah darf ich versichern, dass eine Ehe mit weniger Restriktionen für die Frau, ein großer Gewinn sein kann, das sagt dir einer der strengsten Salafisten. Man lernt immer dazu, wenn man will!“ Er lächelte, um seinen Worten die Schärfe zu nehmen.

„Es ist jetzt gut. Dr. Gossarah ist noch neu unter uns. Er wird schon bald unser Vorgehen akzeptieren. Du, junger Ahmed halte bitte mit uns allen Kontakt, damit wir dir immer beistehen können. Wir haben noch große Pläne mit den ‚Jungen Patrioten‘.“

"Vielen Dank, Sheik! Ohne eure Unterstützung wären wir niemals so weit gekommen. Bitte, Herr Peterson und Herr Meiser richten sie ihren Frauen von den ‚Jungen Patrioten‘ tiefste Dankbarkeit aus.“

Es gab noch eine gemütliche Stunde bei Haschisch und Tee, an denen auch die Frauen, wenn auch still und zurückhaltend, teilnahmen.

Wiederum zur Verwunderung Dr. Gossarahs.

Dann ging ein jeder seiner Wege.