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Teil 1

Der Plan des Projektes lautete:

die Integration der verschiedenen Religionen in die deutsche Gesellschaft.

Sie war eine Studentin, die sich bei der deutsch – arabischen Friedensliga verpflichtet hatte in den Semesterferien an dieser Studie teilzunehmen. Erstens brauchte sie das Geld und zweitens half es ihr im Studium. Sechs Wochen muss sie mit diesen Frauen verbringen.

„Wir möchten dir helfen! Wenn du es uns erlaubst, wollen wir dir den Weg zum wahren Glauben zeigen, liebe Schwester!“ konnte Anita auf dem großen Display lesen.

„Schön,“ sagte sie. „aber es wäre nett, wenn wir uns richtig unterhalten könnten und nicht schriftlich über ein an der Wand hängendes großes Displays.“

„Schwester, du bist durch dein Smartphone immer erreichbar und du bestimmst, mit wem du sprechen möchtest. So ermöglichen uns Smartphones mehr Intimität, denn niemand kann hören, was wir besprechen und auch ist unsere Diskretion jederzeit gewährleistet.“

Anita nickte verwirrt und dachte. „Was soll es ‚bist du in Rom benehme dich wie ein Römer“.

„ Nun, Schwestern ist wohl die richtige Anrede.“ tippte sie. „Was möchtet ihr mir zeigen?“

„Du sollst sechs Wochen hier mit uns verbringen und so unser Leben mit uns teilen. Zuerst müssen wir uns mal um dein Outfit kümmern. Also komm, lass uns ins Bad gehen.“

Dort musste Anita sich ausziehen und eine der Schwestern brachte ihr neue Kleidung und half ihr sich richtig zu kleiden. Sie reichte ihr einen schwarzen Schlüpfer, der bis zu den Waden und über den Bauchnabel reichte. Anschließend kam ein Hemd, ebenfalls schwarz, mit langen Ärmeln, welches vom Hals bis über die Hüften reichte. Weiter ging es mit einem schwarzen Kopftuch, welches nur noch das Gesicht von Anita übrig ließ. Sie reichte Anita anschließend schwarze blick dichte Socken und Armstulpen, welche sie über die Ärmel des Hemdes zog. Die Handschuhe wurden über die Stulpen gezogen, so dass Katie bis auf das Gesicht vollkommen schwarz gekleidet war. Das nächste Kleidungsstück war eine Überkopfabaya mit Butterflyärmeln. Damit die Ärmel nicht hoch-rutschen, musste Anita die am Ärmel der Abaya befestigten Schlaufen über den jeweiligen Mittelfinger ziehen. Ein Hochrutschen der Ärmel wurde so effektiv verhindert. Letztendlich legte sie Anita den drei-lagigen Niqab an. Die erste Lage war ein durchsichtiges Tuch, das über ihr Gesicht fiel. Dann folgte die zweite, die einen schmalen Schlitz für die Augen frei ließ. Das dritte Tuch war fast blick dicht. Darunter konnte sie ihre Umgebung nur noch schemenhaft erkennen.

„Nun, nur noch den Khimar und wir sind fertig.“ sagte sie. Als sie in den großen Wandspiegel schaute, sah sie zwei, bis auf die Größe gleichende, schwarze Geister. Dann wurde sie zurück zu den anderen geführt. Dort wurde sie mit lautem Klopfen auf die Tischplatte freudig begrüßt.

„Setze dich zu uns und lass uns einen Tee trinken.“ las Anita. Als sie saß, zog man ihr zwei Lagen des Niqab über den Kopf. Zwar war durch das erste, verbleibende Tuch alles in ein milchiges Grau getaucht, aber sie konnte alles gut erkennen.

„Wenn wir Frauen in unseren Räumen unter uns sind, reicht eine Lage. Die anderen Räume können auch Männer betreten, daher tragen wir da immer die zweite Lage. In Anwesenheit fremder Männer und außerhalb des Hause ziehst du die dritte Schicht über dein Gesicht. Du wirst sehen, der Schleier hat auch seine Reize. Doch jetzt zeigen wir dir, wie du mit Niqab isst und trinkst.“

Mit etwas Übung hatte Anita den Dreh schnell raus.

„Hier sitze ich tief verschleiert und stumm mit Frauen, die mich ‚Schwester‘ nennen, zusammen, die ich nicht sehen kann, deren Namen ich nicht kenne und, doch kann ich sie jetzt schon an Hand ihrer Bewegungen und ihren Gesten unterscheiden. So schrieb sie:

„Links von mir sitzt Schwester ‚Weisheit‘, in der Mitte Schwester ‚Sorgfalt‘ und neben ihr Schwester ‚Zurückhaltung‘. Sagt mir was für eine Schwester ich bin?“

Schwester ‚Weisheit‘ schrieb: „Du rührst unser Herz, so lieb wurden wir noch nie benannt. Wir nennen dich Schwester ‚Liebe‘.“

Anita fühlte sich in deren Gesellschaft seltsam geborgen. Bei Tee und Gebäck kam es zu einem regen aber stillen Gedankenaustausch zwischen ihnen. Anita fragte Schwester ‚Weisheit‘, wie lange sie sich schon verschleiere. Sie antwotete:

„Vor drei Monaten bin ich zum Islam konvertiert und den Niqab trage ich seit dem. Heute würde ich mich unverschleiert nackt fühlen.“

„Was hast du vor deiner Konvertierung gemacht?“

„Ich war Staatsanwältin.“ Das ließ Anita zuerst einmal verstummen. Eine ehemalige Staatsanwältin, die nun als tief verschleierte Muslimin vor ihr saß, war schon eine Hausnummer für sich. Doch dann gewann ihre Neugierde:

„Wie hast du in so einer kurzen Zeitspanne dein Leben so drastisch ändern können?“

„Mit einer Schlafmaske erhielt ich das Wissen um den Islam und die Kenntnisse einer gläubigen Muslimin. Allah ,sei gepriesen! Du musst wissen, dass es sich um eine Lernmaske handelt, die dich unterrichtet Im Koran lesen und in den Gebeten. Du kannst sie ja mal testen, wenn du möchtest.“

„Entschuldige, ich möchte nicht von einer Maschine manipuliert werden!“ „Unsinn, sie dient nur der Wissensvermittlung. Du entscheidest immer noch selber, was du willst. Durch die Maske findest du nur schnelleren Zugang zur Materie und kannst dir besser eine Meinung bilden.“ Neugierig geworden wollte Anita wissen:

„Was macht die Maske genau?“.

„Du legst sie an und es entströmt ein feines Gasgemisch, dass dich zur Ruhe kommen lässt und über Ohrhörer werden dir Koranverse übertragen. Du kannst sie jeder Zeit wieder abnehmen. Mach doch einfach einen fünf Minuten Test, dann wirst du ja sehen, wie harmlos es ist.“

„Okay, ich probiere es.“ Weisheit nahm ihr den Niqab ab und Sorgfalt legte ihr Ohrhörer und Maske an. Es entströmte sofort ein wohlriechendes Gas und eine sanfte Stimme rezitierte Koranverse, die auf den Gläsern innen erschienen. Schnell wurde sie ruhig und entspannt und lauschte gebannt den Versen. Sie war von ihrer Umwelt perfekt abgeschirmt.

„Die fünf Minuten sind um. Wie hat es dir gefallen?“ frug ‚Weisheit‘. Etwas erschrocken von dem ruckartigen Ende antwortete ‚Liebe‘:

„Es war richtig angenehm. Es stimmt, ich fand schnell den Rhythmus. Es ist wohl wirklich nur eine sehr effiziente Lernhilfe.“ Sie merkte gar nicht wie die Zeit verflog und vergaß sogar, dass sie verschleiert war. Sie fühlte sich leicht und entspannt. Dann kam die Zeit zum Gebet und eine Schwester schrieb:

„Wir wollen jetzt beten. Nimm mit uns am Gebet teil. Du brauchst nur bei uns sein. Nur der Wille ist, der zählt.“ Anita erhob sich mit den Frauen und folgte ihnen ins Bad, wo sie in den rituellen Waschungen eingewiesen wurde. Zurück im Wohnzimmer zeigten sie ihr ihren Gebetsteppich, auf dem sie sich nieder knien sollte. Dann ertönte aus einem Lautsprecher leise das Gebet. Während Anita versuchte mit den Frauen zu beten, fühlte sie eine tiefe Verbundenheit zu diesen Frauen, das typische unterschwellige Konkurrenzdenken war verschwunden. Irgendwie sah Anita sie immer mehr als ihre Schwestern an und sie ahnte warum diese Frauen, sich so streng verschleierten. Nach dem Gebet sagte Schwester ‚Sorgfalt‘:

„Schwester ‚Liebe‘, wir essen jetzt zu Abend, dann lesen wir noch den Koran und danach gehen wir zu Bett.“

Zusammen bereiteten sie ihr Abendessen vor. Nach dem Essen räumten sie den Tisch ab, spülten das Geschirr und machten die Küche sauber. Hier lernte Anita mit dicken Gummihandschuhen über ihren normalen schwarzen Satinhandschuhen zu arbeiten. Im Wohnzimmer saßen sie dann noch zusammen und lauschten den Suren, die gleichzeitig auf dem Monitor erschienen.

„Es ist spät.“ schrieb ‚Zurückhaltung‘.

„Wir sollten jetzt beten und dann langsam schlafen gehen.“ ‚Weisheit antwortete:

„Du hast wie immer recht liebe Schwester. Nach dem Gebet ‚Liebe‘ zeige ich dir dein Zimmer. Im Flur ist das Bad und die Toiletten, die wir uns teilen.“ Sie betraten das Zimmer. Es war einfach, aber liebevoll eingerichtet. Auch hier hing an der Wand ein großer Monitor. ‚Weisheit‘ schrieb:

„Wir schlafen voll verschleiert. Aber das musst du selbst entscheiden. Du findest alles, was du brauchst im Kleiderschrank. Hier ist auch eine Lernmaske, entscheide dich, wie immer du möchtest. Es war sehr schön mit dir den Nachmittag zu verbringen und schlafe gut ‚Liebe‘, bis morgen früh.“

„Ich wünsche auch dir eine gute Nacht, ‚Weisheit‘, schlaf gut!“ schrieb ‚Liebe‘ zurück. Dann war sie allein. Sie setzte sich aufs Bett und dachte: „Was für ein Tag. In welch eine seltsame Welt war sie da geraten."

Teil 2

Vor einem Monat:

Anita Müller saß mit einigen Kommilitoninnen in der Mensa zusammen. „In einem Monat sind Semesterferien und ich habe immer noch keinen Ferienjob.“ klagte Anita.

„Hast du es schon mal bei gemeinnützigen Vereinen versucht?“ fragte Franziska, eine ihrer Freundinnen.

„Da musst du ja Geld mitbringen, nein danke!“

„ Ich meinte keine Hilfsorganisationen, sondern mehr politische Interessenvereinigungen. Wenn du willst erkläre ich es dir, aber nicht hier.“ „Okay, dann lass uns gehen!“ sagte Anita, stand auf und packte ihre Tasche. Das schöne Wetter lud zu einem Spaziergang ein. So gingen sie in den nahe gelegenen Park und setzten sich auf eine Bank. Franziska begann:

„Du weißt, dass ich mich in verschiedenen, politischen Organisationen engagiere. Ich habe von einem syrischen Freund erfahren, dass bei der deutsch – arabischen Friedensliga Studenten für ein Integrationsprojekt für sechs Wochen gesucht werden. Ich weiß, sie zahlen gut. Aber es ist nicht ganz klar welche politischen Ambitionen sie haben. Sie legen keinen großen Wert auf Transparenz. Sie scheinen eher einem islamisch orthodoxen Flügel an zu gehören. Wenn sie dich zu einem Bewerbungsgespräch einladen sollten, achte auf deine Bekleidung. Sie erwarten sittsam gekleidete Bewerber.“

„Verschleiert?“ frug Anita.

„Sei nicht albern, halt keine Dekolletees und Miniröcke. Bist du interessiert? Dann mach ich dir eine connection.“

„Ja, bitte! Ich brauch dringend Geld!“

Am nächsten Morgen meldete ihr Smartphone einen Anruf von einem gewissen Abdul bin Almusa.

„Anja Müller am Apparat.“

„Guten Morgen Frau Müller, ich bin von der deutsch – arabischen Friedensliga. Sie interessieren sich für eins unserer Projekte?“

„Das ging aber schnell. Ich bin Studentin und suche einen bezahlten Ferienjob.“

„Sehr schön, ich möchte Sie bitten heute noch bei uns vorstellig zu werden, Ein späterer Termin wäre sonst erst in einem Monat möglich. Wie sie vielleicht wissen, haben wir bald Ramadan und als streng religiös ausgerichtete Vereinigung ruhen dann eine Vielzahl unserer Aktivitäten. Ich habe noch einen Termin heute gegen 16:00 Uhr für sie frei.“

Anita schwirrte der Kopf - sofort erscheinen, streng religiös,

Ramadan, was ist das?

Egal, sie brauchte den Job.

„Ich würde mich sehr freuen, heute um 16:00 Uhr bei Ihnen vorstellig zu werden.“

Er nannte ihr die Adresse. Heute musste die Uni auf sie verzichten. Sie begann sich für das Vorstellungsgespräch herzurichten.

Pünktlich um 15:50 Uhr meldete sie sich beim Empfang.

“Ich habe einen Termin mit Herrn bin Almusa. Mein Name ist Anita Müller.“

„Sehr gern Frau Müller ich melde Sie an. Frau Müller hier kommt gerade eine Meldung Sie betreffend rein. Sie heißt: Liebe Frau Müller, es tut mir unendlich leid, aber ich musste in einer äußerst dringenden Angelegenheit fort. Wenn sie auf mich warten möchten, gehen Sie in mein Office, dort wird man sich um Sie kümmern, bis ich zurück bin."

„Na, das fängt ja gut an!“ dachte sie, aber sie sagte:

„Wo, bitte finde ich das Office von Herrn bin Almusa?“

„ Oh, Sie möchten also warten. Dann nehmen Sie bitte solange hier Platz. Das Office schickt jemanden runter, um sie ab zu holen. Dort saß sie bestimmt eine halbe Stunde, dann erschien eine streng islamisch gekleidete Frau. Sie stellte sich ohne ein Wort vor den Empfang.

„Frau Müller, folgen Sie bitte der Dame, sie wird Sie in Herrn Almusas Office geleiten.“

Im Office angekommen, bat man Sie in einem kleinen fensterlosen Raum Platz zu nehmen. Sie brachten ihr Tee und etwas Gebäck und baten um ihre Bewerbungsunterlagen. Dann ließen sie sie allein. In einem anderen Raum saßen Almusa und einige andere Herren und beobachteten die wartende Anita.

„Ein hübsches Exemplar, intelligent, aus zerrüttetem Elternhaus und willensstark. Wie lange wird sie wohl noch warten? Wenn sie bis 18:00 Uhr durchhält, nehmen wir sie.“

Jetzt saß sie fast schon allein anderthalb Stunden in diesem Loch und wartete. Sie hatte sich gerade entschlossen zu gehen, als die Tür sich öffnete und ein abgehetzt wirkender Mann herein stürmte.

„Liebe Frau Müller, bitte verzeihen Sie mir! Wie kann ich das jemals wieder gut machen! Ich bin untröstlich!“

„Das hängt ganz stark davon ab auf welches Salär, wir uns einigen werden.“ erwiderte sie verschmitzt.

„Touche! Ich glaube wir haben mit Ihnen einen großen Wurf gemacht. Wir bieten Ihnen für sechs Wochen 4000.- € .“

„Ich dachte, an einen Dreiwochenjob.“erwiderte sie.

„Tut mir leid, die Dauer des Projektes ist sechs Wochen. Nehmen Sie an oder nicht?“

„Sechs Wochen dann sind die Ferien um, auf der anderen Seite 4000,- €, wer zahlt schon soviel?“ dachte sie.

„Einverstanden, wo unterschreibe ich.“

„Kommen Sie erst mal mit und unterhalten Sie sich mit dem Projektleiter Mesut Özil.“

„Doch nicht der Fußballspieler?“

Natürlich nicht, unserer Mesut Özil sieht deutlich besser aus.“ sagte er lachend.

Dann betraten sie ein großzügig eingerichtetes Büro.

"Mesut darf ich dir Frau Anita Müller vorstellen. Frau Müller unser Imam Mesut Özil und gleichzeitig einer unserer besten Projektleiter.“

„Sehr erfreut, ich werde ihnen nicht die Hand geben, nicht aus Unhöflichkeit, sondern aus Respekt. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, habe ich Sie etwas verwirrt. Und schon sind wir mitten drin im Projekt. Es geht uns darum kulturelle Unterschiede allgemein bekannt zu machen, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Ein muslimischer Mann gibt einer Frau aus Anstand nicht die Hand, nicht wie hier vielerorts angenommen wird als Diskriminierung der Frau.“

„Und was wäre meine Aufgabe dabei?“

"Anwesenheit und unvoreingenommenes Mitmachen. Sie leben mit Niqabis zusammen in einer Madrasa. Sie müssen sich dort den Sitten und Bekleidungsvorschriften unterwerfen. Keine Angst Sie werden weder verletzt noch gefoltert. Wir erstellen von Ihnen heute ein Persönlichkeitsprofil und nach Abschluss des Projektes in sechs Wochen ein neues. Dadurch erhoffen wir uns ein brauchbares Ergebnis.“

„Ich soll da wie eine Muslimin leben? Habe ich das richtig verstanden?“ „Exakt!"

„ Sechs Wochen in einer vollkommen fremden, archaischen Kultur leben. Ich verstehe nicht Warum?“

„Wir versuchen Sie in unserem Interesse zu beeinflussen. Sie für dieses Ihnen völlig fremde Leben zu begeistern. Sie sollen uns helfen Mittel gegen den Islamhass zu finden. Wir sind die deutsch- arabische Friedensliga, unsere Motive sind ehrenwert.“

„Es könnte also passieren, dass Sie aus mir eine Muslimin machen?“ „Unsinn, wenn dann machen Sie sich zu einer. Andererseits wären Sie eine streng gläubige Muslimah, würde ich Ihnen sofort einen Heiratsantrag machen.“ lachte er.

Anita kicherte etwas verlegen, sie wollte nicht zeigen, wie sehr ihr Özil gefiel. Dann setzten sie sich zusammen und stellten einen Arbeitsvertrag aus. Sie verabschiedeten sich. Anita wird eine Kopie des Vertrages mit einem Schreiben zu gesandt, das Ort, Datum und Uhrzeit des Projektes benennt.

Teil 3

Jetzt:

Seltsamerweise empfand sie es gar nicht mehr so fremdartig verschleiert zu sein. Irgendwie fing es an Spaß zu machen. Es war erst 20:00 Uhr und sie war überhaupt nicht müde. Gelangweilt blätterte sie im Koran, den sie auf dem Konsölchen neben ihrem Bett mit der Lernmaske fand. Sie erinnerte sich an die beruhigenden Wirkung der Schlafmaske, nahm sie unschlüssig in die Hand und dann legte sie den Niqab ab, um sich die Maske an zu legen. Sofort trat sie in Aktion und ein wohliges Gefühl machte sich in ihr breit. Wieder erschienen die Koranverse, von einer leisen Stimme in ihren Ohrhörern rezitiert. Sie fiel in einen Schlaf ähnlichen Zustand. So lernte sie in dieser Nacht, die ersten Suren und Gebete auswendig. Ohne es zu bemerken, wurde sie gleichzeitig auf salafistische Wertvorstellungen programmiert. Irgendwann in der Nacht wurde sie wach. Sie entledigte sich der Maske, ging ins Bad, um sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Wie selbstverständlich legte sie den Niqab wieder an und legte sich voll verschleiert zum Schlafen ins Bett. Es erschien ihr normal, als hätte sie das schon immer so gemacht. Am frühen Morgen weckte sie der Monitor, um sie sanft zum Gebet auf zu fordern. Erfrischt von einem erholsamen Schlaf, stand sie auf und kniete sich auf den Gebetsteppich zum Morgengebet. Dann holte sie frische Kleidung aus dem Schrank und machte sie sich auf den Weg ins Bad, das gerade ‚Zurückhaltung‘ verließ. Schweigend umarmten sie sich und rieben sich zum Gruß ihre verschleierten Köpfe an einander. Unbewusst benahm sie sich, als wäre sie eine Niqaabi. ‚Liebe' zog sich aus und duschte ausgiebig. Dann nahm sie die frischen Kleider und kleidete sich sorgfältig. In der Küche traf sie auf die anderen Frauen. Nach einer ausgiebigen, aber stillen Begrüßung setzten sie sich zum Frühstücken zusammen und aßen schweigend. Wieder räumten sie den Tisch ab, spülten das Geschirr und putzten die Küche sauber, um sich dann im Wohnzimmer zu einem kleinen Morgenplausch zu treffen.

„Nun, wie war deine erste Nacht bei uns?“ wollte ‚Weisheit‘ von ‚Liebe‘ wissen.

„Zuerst probierte ich die Maske und dann habe ich voll verschleiert geschlafen. Die Maske ist fantastisch. Heute morgen wusste ich intuitiv, wie ich beten musste. Ich glaube, es gefällt mir bei euch.“ schrieb sie.

„Ich habe seit ich bei euch bin kein Wort mehr gesprochen und es ist mir nicht mal schwer gefallen.“ Mit einem Smiley antwortete ‚Zurückhaltung‘ : „Wir lieben dich Schwester ‚Liebe‘, sei uns herzlich willkommen!“ Und es folgten Grüße von ‚Weisheit‘ und ‚Sorgfalt‘. Anita dachte, während ihr die Tränen der Rührung, die Wangen hinab liefen:

„Wie schön ist es so geliebt zu werden. Hier nennt man mich ‚Liebe‘, hier fühle ich mich so geborgen.“

„Bitte lehrt mich euren Glauben, damit ich wie ihr sein kann.“

„Wenn du von ganzem Herzen glauben willst, brauchst du uns nicht. Wir wollen jetzt beten. Wenn du willst kannst du danach bis zum Mittag die Maske tragen. Auch das Gebet mit ihren Schwester nahm ‚Liebe‘ jetzt viel intensiver wahr. Dann zog sie sich mit der Maske in eine bequeme Ecke zurück. Schnell war sie im Gleichklang mit der Maske. Die Stimme wirkte durch die Kopfhörer besonders sanft und überhaupt nicht unangenehm. Während sie in Trance fiel, wurden nach einer gewissen Zeit die Koranverse leiser und klangen nur noch wie eine schöne Hintergrundmusik. Dann erschien eine Niqaabifrau.

„Salam a‘leikum, ‚Liebe‘! Nun, ich möchte, dass du dich zurück lehnst, tief einatmest und dich entspannst."

Anita tat, wie ihr gesagt wurde und war überrascht, einen Moment lang zu spüren, wie die Spannung ihren Körper verließ, als sie ausatmete. „Mmmm", sagte Anita. „Das funktioniert wirklich.“

„Mach es noch einmal“, sagte die Niqaabi. „Atme ein und atme all deinen Stress und deine Spannung aus." Das nächste Mal wurde noch besser. Anita fühlte sich, als würde sie schweben.

„Sehr gut", sagte die Niqaabi. „Du erreichst einen Geisteszustand, der perfekt zum Lernen passt. In der Tat, du hast großes Glück, diese Erfahrungen zu machen zu dürfen."

„Ja, es ist ein großes Glück, diese Erfahrungen machen zu dürfen." dachte Anita.

„In Ordnung, jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil deiner Ausbildung.", sagte die Niqaabi.

„Du musst genau verstehen, warum dieses Thema für dein Leben so wichtig ist. Um dir dabei zu helfen, zeige ich dir eine Computersimulation von jemandem, die einen anderen Weg gewählt hat um dieses Verständnis zu erlangen. Wenn du lernst die Dinge von ihrem Standpunkt aus zu sehen, wirst du die Idee dahinter besser verstehen."

Ich denke, das ergibt Sinn, dachte Anita. Eigentlich schien die Idee etwas seltsam, aber egal. Sie hatte sicherlich keine Lust, auf die schönen Koranverse zu verzichten, die leise im Hintergrund erklangen oder von ihrem bequemen Platz wegzugehen. Auf dem Computerbildschirm erschien eine schlanke, vollbusige junge blonde Frau. Sie stand in einer Küche. Sie war Anita seltsam vertraut, obwohl sie sich nicht sicher war, warum. Sicherlich würde keiner ihrer Freunde ihre Haare auf diese offensichtlich sexy Art und Weise stylen oder ein solches Outfit tragen. Die Frau hatte eine rüschenrosa Schürze um ihre Taille, über einen sehr kurzen Rock. An ihren schlanken und langen Beine trug sie sehr hochhackige rosa Pumps. Das Mädchen hatte auch eine weiße Seidenbluse mit mehreren offenen Knöpfen, unter der ein Wonderbra sein musste, wenn man bedenkt, wie ihre großen, teilweise freigelegten Brüste her vorkamen. Das Mädchen trug einen zart rosa Lippenstift, mit so viel Lipgloss überzogen, dass ihre Lippen unglaublich nass zu sein schienen. Anita war schockiert. Sie empfand Abscheu vor dieser Frau, die sich ihr so nackt präsentierte.

Teil 4

„Hallo! Ich bin hier, um mit dir die Freuden meines Heims zu teilen ", sagte die Frau mit einer weichen, gehauchten Stimme.

„Ich liebe es total!" Die Stimme war sexy und kichernd, wie eine dumme Cheerleaderin. Anita wollte etwas anderes sagen, wurde aber plötzlich wieder von diesem ruhigen, entspannten Gefühl eingeholt. Was wollte sie sagen? Was auch immer ... Sie fühlte sich so gut.

„Jetzt funktioniert das wie ein Sprachlabor", sagte die Niqaabi.

"Sie wird etwas sagen und du wirst es wiederholen. Und denke daran, die Idee ist, die Dinge von ihrem Standpunkt aus zu sehen."

„Ich könnte niemals die Dinge wie sie sehen", protestierte Anita.

„Ich meine, schau sie an."

„Anita, sie ist eine Frau, genau wie du. Denkst du nicht, dass du Mitgefühl für andere Frauen haben solltest?" Es war ein seltsames Argument, aber Anita konnte es nicht bestreiten. Sie wollte andere Frauen unterstützen. „Ja", sagte sie.

„Okay, dann versuch einfach dein Bestes."

„In Ordnung", sagte Anita.

„Das Mädchen auf dem Bildschirm hat so schöne blaue Augen, oder Anita? Sie sind hübsch, genauso wie deine."

„Ja", sagte Anita. Sie waren wirklich hübsch ... genau wie ihre.

„Ich liebe mein Zuhause ", sagte das Mädchen mit ihrer süßen, sexy Stimme.

„Mach schon, Anita«, sagte die Niqaabi.

"Ähm ... okay." Sie kann es mal versuchen. „Ich liebe mein Zuhause." „Komm schon, Anita, du kannst es besser“, sagte die Niqaabi.

„Sieh die Dinge wie sie ... sag es so wie sie es tut. Fühle es in dir.“

„Ich liebe mein Zuhause!" wiederholte das Mädchen.

„Ich liebe mein Zuhause", sagte Anita. Das war besser, dachte sie.

Sie konnte dieses Mal ein kleines Kichern in ihrer Stimme fühlen. Das war sicherlich eine dumme Übung.

„Ich brauche mein Zuhause" sagte das Mädchen.

„Ich brauche mein Zuhause!" wiederholte Anita. Okay, das war nicht so schwer.

„Ich brauche ein Heim, um meinen Mann zu verwöhnen!" sagte das Mädchen.

„Was? Warte!" sagte Anita. „Das sage ich nicht."

Im Hintergrund hörte Anita die Niqaabi sagen:

„Anita, ‚Liebe‘, du musst nicht glauben, was sie sagt. Du musst nur verstehen, woher sie kommt. Versetz dich an ihre Stelle. Das kannst du doch, oder? Jetzt entspann dich und sag es."

„Ich brauche mein Heim, um meinen Mann zu verwöhnen!" wiederholte das Mädchen.

„Okay ... Ich brauche mein Heim, um meinen Mann zu verwöhnen!" antwortete Anita. Ja, nun konnte sie es sehen. Einen Mann verwöhnen. Warum eigentlich nicht?

"Ich brauche mein Heim, weil ich nur eine Frau bin", sagte sie.

„Was? In Ordnung, das ist verrückt", sagte Anita.

„Ich steige aus." Die Koranverse in Anitas Ohren wurden lauter.

"Entspann dich, Anita", gurrte die Niqaabi.

„Es ist nichts Falsches daran, was wir hier machen. Du lernst gerade etwas Neues. Das ist in Ordnung, oder? Jetzt entspanne dich, entspanne dich, entspanne dich."

Äh ... Anita musste nachdenken. Da stimmte etwas nicht. Sie musste sich konzentrieren, aber entspannen, entspannen, entspannen, sie konnte nicht scheinen ... sich zu entspannen, zu entspannen, zu entspannen.

„Es ist so schwer zu denken", sagte die Frau auf dem Bildschirm.

„Ich bin nur eine Frau und es ist schwer für Frauen nachzudenken."

„Es ist so schwer zu denken", hörte Anita sich sagen.

Warte, sie musste nachdenken. Aber es ist so schwer für Frauen zu denken …

„So schwer zu denken, wenn du nur eine dumme Frau bist", sagte die Frau.

„So schwer zu denken, wenn du nur eine dumme Frau bist. " wiederholte Anita. Sie kicherte fast. Diese ganze Sache war so dumm …

„Ich will nur kochen und putzen und meinen Mann verwöhnen", sagte die Frau.

„Mein Mann ist so schön und stark", sagte das Mädchen." Er lässt mich so weich und feminin fühlen und ich werde ganz schwach in den Knien. Ich kann nicht denken, wenn ich in seiner Nähe bin. Ich kann nur an ihn denken."

Anita spürte, wie sich ihr Mund leicht öffnete. Sie konnte ihre Lippen nicht gut genug bewegen, um die Worte laut zu wiederholen, aber sie schwirrten in ihrem Kopf herum. Das Mädchen hatte so schöne blaue Augen ... Sie war genau wie sie. Anita verstand was sie sagte. Alles war so richtig, so wahr.

„Ich dachte immer, ich wäre schlau, aber jetzt weiß ich, dass ich nur eine Frau bin", sagte sie.

„Ich darf nur Dinge tun, die mir helfen meinem Mann zu dienen. Ich kann kochen und putzen und flicken und nähen. Ich wünschte, er würde mit mir schlafen ... Ich brauche ihn, um die ganze Zeit mit mir zu schlafen ... " Anita wünschte, ihr Mann würde mit ihr schlafen. Sie versuchte an etwas zu denken ... woran sie vorher gedacht hatte ... so schwer zu denken, wenn du nur eine Frau bist. Warte, nein ... Ich kann für mich selbst denken", sagte Anita schwach. Dann verschwand die Frau und die Niqaabi erschien wieder.

„Hast du verstanden, was diese Frau falsch macht, ‚Liebe‘? Sie will ihren Mann verwöhnen, ihm sogar dienen. Was meinst du ist das falsch?“ Anita sagte:

„Ich weiß es nicht. Ich kann mich nur schwer konzentrieren.“

„Liebe, ich weiß, dass du es weißt. Was war falsch mit der Frau?“ bohrte die Niqaabi. Anita lauschte den Suren im Hintergrund und die Antwort überkam sie:

„Die Frau war nackt! Sie sah aus, wie ein Flittchen! Niemals wird ein ehrbarer Mann sie zur Frau nehmen! Alles was sie sagte war richtig. Einem Mann zu dienen, der einen liebt, eine gute Hausfrau zu sein und für ihn bereit zu sein ist gut. Sie muss nicht klug sein. Aber sie muss sich bedecken, wenn sie von ihm geliebt werden will.“

„Du bist auf dem Weg, ‚Liebe‘ dir deinen neuen Namen zu verdienen.“ Dann verschwand die Niqaabi und die Koranverse wurden wieder lauter rezitiert. Anita schmolz vor lauter Glückseligkeit dahin. Ihr Kopf war leer und das war gut so. Sie wollte sich nicht mit schweren Gedanken belasten. Sie wollte nicht klug sein. Die Leere in ihrem Kopf füllte sich mit den Klängen der Suren, bis sie verklangen. Langsam kam sie wieder zu sich. Sie versuchte sich zu erinnern, doch es war nur ihre Glückseligkeit, die blieb.

„Schwester bist du wach?“ las sie auf dem Monitor. Sie wandte sich um und sah ‚Sorgfalt‘ neben sich sitzen.

„ Oh, war das schön.“ schrieb sie.

„Es ist Zeit für das Mittagsgebet, komm!“ schrieb ‚Sorgfalt‘.

Eine glückliche Anita folgte ihr und sie betete voller Hingabe mit ihren Schwestern. Anita beeilte sich beim Mittagessen, um schnell wieder unter die Maske zu kommen. Ruck zuck war die Küche wieder sauber und Anita zog sich mit der Maske in ihre Ecke zurück.

Teil 5

Diesmal hörte sie arabische Lobgesänge auf Allah und Seinem Propheten Mohamed. Sie berührten ihr Herz und sie verstand jedes Wort. Dann erschien die Niqaabi wieder.

„Salam aleikum, Schwester ‚Liebe‘ bist du bereit für eine neue Lektion? Auch unsere Schwester hat dazu gelernt, siehe nur wie schön sie ist in ihren Schleiern!“

Anita sah eine tief verschleierte Frau und erkannte sofort die ehemalige Schlampe wieder. Doch Anita empfand jetzt ehrliche, schwesterliche Gefühle für sie.

„Ja, sie ist wunderschön. Sie verdient einen guten Ehemann, der sie und seine zukünftigen Kinder gut versorgt.“ stellte Anita fest.

„Ich möchte sagen, was sie sagt und denken, was sie denkt.“ sagte sie. Die Frau sprach: „ Ich kann denken, was auch immer mein Mann mir sagt. Ich kann glauben, was immer mein Mann mir sagt. Ich bin so glücklich, dass mein Mann immer Recht hat. Männer sind so groß und stark und richtig ... es fühlt sich gut an, so schwach und weich zu sein. Ich liebe es, nur eine Frau zu sein."

Die Worte hallten in Anitas Kopf und sie sprach sie nach:

„Ich kann denken, was auch immer mein Mann mir sagt. Ich kann glauben, was immer mein Mann mir sagt. Ich bin so glücklich, dass mein Mann immer Recht hat. Männer sind so groß und stark und richtig ... es fühlt sich gut an, so schwach und weich zu sein. Ich liebe es, nur eine Frau zu sein."

„Ich will die alte Anita, das Flittchen vergessen. Ich bin ‚Liebe‘, ich bin die muslimische Schwester von ‚Weisheit‘, ‚Sorgfalt‘ und ‚Zurückhaltung‘. Es fühlt sich so gut an, nicht zu denken", sagte Anita. Fühlt sich so gut an, zu vergessen, zu vergessen, zu vergessen. Ich muss ... vergessen, vergessen, vergessen, dachte Anita.

Nein, nicht nur das. Ich brauche einen guten, muslimischen Mann, der lässt mich so weich und geborgen fühlen. Ich muss nur alles tun, was er mir sagt. Ich liebe es, alles zu tun, was er sagt. Ich möchte, dass er mich liebt. Ich brauche ihn, um mit mir zu schlafen. Ich brauche ihn, um mich selbst zu lieben, dachte Anita. Mein Mann, mein Mann ...“

„Hab Geduld, schon bald wird dich dein Mann in die Arme schließen! Lerne fleißig die Gebete und Suren auswendig und werde eine gute Muslimin, dann wird sich alles zum Guten wenden! Vergiss Anita und werde zur seiner ‚Liebe‘.“

Die arabischen Lobgesänge erklangen, doch diesmal priesen sie die Sittsamkeit, den Gehorsam und die Bescheidenheit einer guten Muslimah. ‚Liebe‘ sang sie mit Inbrunst mit. Langsam verklangen die Lieder und ließen eine glückliche ‚Liebe‘ zurück. Sie war gedankenlos glücklich und voller Vorfreude darauf, sich einem Mann zu unterwerfen und ihm zu dienen und zu gehorchen. Schon bald sprach sie die Schahada und fügte sich nahtlos in das Leben ihrer Schwestern ein. Sie hieß jetzt Ahbik, dass heißt ‚Ich liebe dich‘ und die alte Anita war nur noch eine ferne Erinnerung.

Drei Wochen später arbeitete Ahbik an dem speziellen Essen, das ‚Sorgfalt‘ sie gelehrt hatte. Es war etwas kompliziert für eine dumme Frau wie sie, aber da sie sich nur noch auf häusliche Arbeiten konzentrieren musste, wurde sie allmählich ganz gut. Manchmal wunderte sie sich, dass sie ihre ganze Zeit damit verbrachte, zu kochen und zu nähen. Gelegentlich schien sie sich sogar ein wenig an ihr früheres Leben zu erinnern, bevor sie die Schleier trug. Aber es fiel ihr immer so schwer zu denken ... In diesem Moment unterbrach ‚Zurückhaltung‘ sie.

Hier ist jemand, der dich sehen möchte, Ahbik. Geh ins Wohnzimmer." Ahbik begleitete sie in den Raum.

„Sie erinnern sich an mich, nicht wahr?" Es war der Imam, der sie hierher vermittelt hatte. ‚Zurückhaltung‘ verließ den Raum und schloss die Tür hinter sich.

»Hallo, Ahbik«, sagte er. Er blickte auf die junge, ehemalige intelligente Studentin, die jetzt als ein schwarzer, unterwürfiger Geist vor ihm stand. Ahbik sah den hinreissesten Mann, den sie je gesehen hatte, und spürte, wie ihr Inneres schmolz, ihre Knie knickten ein und ihre Gedanken verschwammen.

„Ich bin froh zu sehen, dass es dir hier so gut geht und was du für eine gute Muslimah und Hausfrau du geworden bist. Wenn wir verheiratet sind, kannst du mich jeden Tag verwöhnen und für mich kochen."

Es war der glücklichste Tag ihres Lebens.