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Teil 37

E-mail von Sandra an Gadi:

„Hallo, Süße! Gerne würde ich mich persönlich von dir verabschieden, aber ich werde in Berlin bleiben. Es hat sich so vieles in meinem und dem deiner Mutter geändert.

Wir beide haben uns entschlossen zum Islam zu konvertieren.

Deine Mutter möchte die dritte Frau von Dr. al Gossarah werden und in Purdah leben. Ich versuchte ihr das auszureden, aber sie blieb stur. Ich habe wirklich alles versucht. Jetzt ist sie seine dritte Frau, heißt Safiye, ist Niqabi und stumm. Sie hat sich doch tatsächlich freiwillig die Stimmbänder durchtrennen lassen. Entsetzlich, aber sie tat es tatsächlich freiwillig. Dr. al Gossarah wird bald nach Duisburg ziehen, um die neue Klinik zu leiten. Dann wirst du auch bald deine Mutter wiedersehen.

Ich selbst langweilte mich im Krankenhaus, denn deine Mutter war dauernd in Behandlung. Also begann ich mich hier nützlich zu machen. Die Krankenhausverwaltung war wohl von meiner Arbeit angetan, denn sie boten mir eine Stelle als Hilfsschwester an. Voraussetzung war, dass ich konvertiere und mich bereit erkläre mich mit einem Bruder verheiraten zu lassen. Ich fühle mich hier gebraucht und geliebt und heiße jetzt Saida. Mein zukünftiger Ehemann ist hier Krankenpfleger und er gefällt mir zunehmend gut.

Inshallah, vielleicht werden wir uns noch einmal wiedersehen.

Alles Liebe und möge Allah dich segnen!

Saida

 

Gadi tobte:

„Was zum Teufel fällt diesem Arschloch ein, meine Mutter in eine willenlose, stumme und unterwürfige Sklavin umzuwandeln!“ brüllte Gadi mit tränen erstickter Stimme. Selima nahm sie in den Arm und versuchte sie zu beruhigen:

„Der Sheik versucht zu retten, was noch zu retten ist. Deine Mutter kommt in der Madrasa. Mein Schwager Ibrahim wird sich um sie kümmern. Er ist auf diesem Gebiet ein absoluter Fachmann. Du weißt doch, wie lange meine Schwägerin im Purdah steckte.“

„Wann kann ich sie sehen?“ ,frug Gadi.

„Habe Geduld! Er wird wohl ein paar Tage brauchen.“

„Ich verstehe dich, wie barbarisch ist es doch ihr die Stimme zu rauben.“ ,sagte Murad. „Deine Mutter ist leider zwischen die Mühlsteine zweier total unterschiedlicher Kulturen geraten. Als Dr. al Gossarah seine erste Frau heiratete, lebte sie in strengstem Purdah. Auch wenn er es schaffte sie nach und nach da herauszuholen, blieb sie doch stumm und unterwürfig. Am Ende war sie nur noch eine stumme Niqabi. Da ein Moslem mit mehreren Ehefrauen alle gleich behandeln musste, ließen sich auch seine zweite Frau und seine dritte, deine Mutter natürlich, freiwillig die Stimmbänder durchtrennen.“

„Freiwillig? Murad, ich bitte dich! Meine Mutter würde sich niemals freiwillig verstümmeln lassen!“ ,beharrte Gadi.

„Sobald deine Mutter bereit ist, wird der Sheik ein Treffen anberaumen. Also, habe bitte Geduld!“ sagte Murad.

„Inshallah! Was bleibt mir sonst übrig!“, dachte Gadi und widmete sich wieder ihrer Arbeit.

 

Aleyna:

Aleyna war glücklich. Sie führte ein glückliches und erfolgreiches Leben. Als ihr Mann seine zweite Frau Rabia verstieß, hatte sie Angst, es könnte ihr genauso ergehen.

„Aleyna, meine Liebe, was bist du so still?“ frug ihr Mann Ali sie.

„Es ist wegen Rabia, es hat mir Angst gemacht, wie sie von dir aus dem Haus gejagt wurde.“, sagte sie.

„Du hast Angst, ich könnte dich auch rausschmeißen? Warum sollte ich? Du warst mir immer treu ergeben und bist meiner Tochter Samira, die Mutter, die sie nie hatte. Allein dafür liebe ich dich.“ beruhigte er sie. „Rabia hatte mich früher sehr verletzt und dass sie ihre Tochter im Stich ließ, konnte ich ihr nie verzeihen. Ich bin kein Unmensch. Ich habe dafür gesorgt, dass sie mit ihrem neuen Ehemann sehr glücklich wird und dass ich sie nie wieder sehen werde.“

Aleyna sagte: „Du hast mich von meinem Hass befreit und du und Samira schenkt mir etwas, dass ich vorher in meinem Leben nie erfahren hatte. Liebe! Verstehst du, welche Angst ich habe dich zu verlieren?“

„Du bist Aleyna. Erste und einzige Frau von Ali Meiser. Ich liebe dich und schwöre dir, dich zu behüten und zu bewahren, bis dass der Tod uns scheidet.“, schwor er.

Aleyna kamen vor Rührung die Tränen und still dankte sie Allah für seine Güte und betete darum bald schwanger zu werden.

 

Aleyna und ihre Jugendlichen:

Wie jeden Montag trafen sich jetzt die ‚Junge Patrioten‘ und die Jugend der Bruderschaft in der Madrasa, um zu diskutieren und Pläne zu schmieden. Unter dem Motto ‚Junge Muslime helfen‘ haben sie sich landesweit einen guten Namen gemacht.

In der Aktuellen Stunde im WDR-TV wird regelmäßig über sie berichtet. Die Befürchtung, dass Redaktion oder Moderatoren quer trieben, erwies sich als falsch, einige berichteten professionell und einige hatten vielleicht noch nicht ihre Doppelhaushälfte bezahlt. Der Fernsehrat verhielt sich abwartend. Und so kam es zu mehr und mehr Interviews mit Muslime und Musliminnen.

Aleyna war für die Organisation und Verwaltungsarbeiten zuständig und so verlief auch dieses Treffen reibungslos. Den Vorsitz führte wie immer Ahmed Arslan.

„Okay Leute! Seid jetzt bitte still, damit wir heute nur einen Beratungsplan abarbeiten können. Es geht um die nächste Landtagswahl und die Bruderschaft bittet uns ihren Kandidaten nach Kräften zu unterstützen. Es handelt sich um Richard Peterson von der CDU. Er wird schon von seiner Partei als Landesvorsitzenden gehandelt, um den glücklosen Laschet abzulösen. Ich eröffne hiermit die Diskussion.“