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Teil 39

Treffen beim Sheik:

Alle waren da.

Hinzugekommen waren drei schwarze Gespenster, die Frauen von al Gossarah.

Gadi war in Begleitung von Murad Arslan und seiner Frau Selima zum ersten mal mit anwesend. Beide Frauen mit farbenfrohen, seidenen Ruband bedeckt.

„Herzlich Willkommen meine Freunde!

Wir begrüßen zum ersten mal in unserer Runde die weltbekannte Ruband-Designerin Gadi Wiesner, Murad Arslan mit Ehefrau Selima. Die drei Frauen unseres Freundes Dr. al Gossarah, darunter Safiye, die Mutter unserer Freundin Gadi.

Diese Treffen dienen in erster Linie dem Gedankenaustausch, aber auch der Klärung von Unstimmigkeiten zwischen uns. Gadi, möchte uns etwas sagen.“

„Ich bin sehr verärgert, ich schickte meine Mutter voller Vertrauen und Zuversicht nach Berlin, um ihre Lähmung kurieren zu lassen und nicht damit sie in eine stumme, halb blinde, Sklavin des Herrn Dr. al Gossarah wird. Frauen zu verkrüppeln ist bestialisch und primitiv!“, ereiferte sich Gadi.

Eine der drei Gespenster erhob die Hand. Der Sheik sprach:

„Sprich, Weib!“

Dann erschien ein Text auf dem großen Display an der gegenüberliegenden Wand.

„Mein liebes Kind! Ich bin das dritte Weib Dr. al Gossarahs. Ich teile freiwillig das Schicksal mit meinen Schwesterfrauen. Alles, was ich tat, tat ich aus Liebe zu Allah und meinen Mann. Glaube mir, ich bin sehr glücklich und möchte dich sofort in meine Arme nehmen.“

Safiye, erhob sich mit weit geöffneten Armen. Gadi sprang auf und lief in die Arme ihrer Mutter. Ein schwarzes Gespenst vereint mit einem bunten Design-Gespenst.

„Ich glaube, das Problem hätten wir geklärt und ich möchte jetzt die nächste Landtagswahl mit euch besprechen. Nach dem die neuesten Pläne besprochen waren, ging es wieder zum allseits beliebten Teil des Tages über: Tee und Haschisch

Lisa Nahles:

„Heute habe ich die Frau des Imam, Selima Arslan und Aleyna Meiser zu Besuch. Es geht ihnen darum meine Unterstützung für die 'Jungen Patrioten' zu besprechen. Es wird langsam Zeit mich fertig zu machen.“

Ich legte meinen deutschen Koran - meine liebe Freundin Gadi hatte ihn mir geschenkt - zur Seite und ging zu meinem Kleiderschrank. Ein Schrank voller Designerklamotten, was mich das gekostet hatte, ich mochte gar nicht daran denken. Aber um zwei gläubige Muslimahs zu empfangen, hatte ich nichts Ordentliches zum anziehen. Ausser in meinen Videos, trug ich diese Bitch-Klamotten nicht mehr. Privat zog ich mich jetzt lieber sittsamer an. Ich ruf mal Jenny, äh Gadi an:

„Hei, hier ist Lisa! Ich habe eine große Bitte an dich! Ich habe gleich Selima Arslan und Aleyna Meiser zu Besuch und ich habe nichts Vernünftiges zum Anziehen!“, sagte ich.

„Empfängst du sie bei dir, wenn ja, dann bringe ich dir einen Ruband und alles andere und du lädst auch mich ein. Zwei sittsam verschleierte Damen empfangen zwei ehrenwerte Muslimahs zu Besuch. Was denkst du? Hättest du Lust?“ frug sie.

Es war kein so übles Gefühl als ich in meinem Video verschleiert wurde. Warum nicht? Es wird bestimmt ein großer Spaß.

„Abgemacht! Sie kommen in einer Stunde. Schaffst du das?“

„Sicher, bis gleich!“ Zwanzig Minuten später stand sie vor meiner Wohnungstür.

„Wouw!, sagte ich. „Kannst du fliegen?“

„Nein! Murad hat mich schnell her gefahren.“ Wir umarmten uns und sie rieb mich mit der Schläfe. Ein schöne, total weibliche Form der Begrüßung. Ich liebe das Gefühl. Es war, als ob mich eine gute Freundin besuchte, wir schienen wohl irgendwie Seelenverwandte zu sein.

„Komm, Lisa! Die Zeit drängt. Schnell hüpfte ich aus meine Kleider, zog die weite Haremshose an, darüber eine weite, knie lange Bluse mit langem Arm und Stehkragen. Als dann auch noch meine Haare unter dem Hijab verschwanden war die alte Lisa nur noch eine Erinnerung. Es folgten die obligatorischen, Ellbogen-langen Satinhandschuhe. Dann eine graue Überkopfabaya mit Butterflyärmeln, die über mein Hände reichten.

„Ich habe ganz vergessen, wie warm einem unter all dem Stoff werden kann.“ sagte ich ihr.

„So gefällst du Allah und die Feuer der Hölle sind heißer.“, erwiderte sie. Ich fand das irgendwie komisch und gleichzeitig vollkommen richtig, was sie sagte und nickte ihr zu.

„Jetzt zum Finale, tata: der Ruband designed by Gadi Wiesner für ihre allerliebste Freundin Lisa Nahles. Sie hielt ihn mir hin und ich war zuerst ein wenig enttäuscht. Er war wirklich hübsch, aus Seide und schimmerte rosa, aber auch ungewohnt schlicht für ein Gadi-Ruband.

„Du bist enttäuscht, oder?“

„Nicht enttäuscht! Es ist nur ein ungewöhnlich schlichter Gadi-Ruband.“ Sie legte ihn mir sorgfältig an und brachte einen samten, in einem edlen grün gehaltenen Khimar zum Vorschein. Sie zog ihn mir über den Kopf und befestigte ihn mit einer goldfarbenen Schnalle vorne über das Ruband. Ein Blick in den Ganzkörperspiegel und ich war begeistert. Ich sah eine kegelförmige Skulptur, keine Frau, keine Lisa, es war etwas ganz Neues entstanden und ich fand mich wunderschön. Ich fühlte mich rein und unberührbar. Vorsichtig streckte ich meine Arme aus, um meine liebste Freundin Gadi zu umarmen.

Dann klingelte es an der Tür und ich ließ die Damen eintreten.

„Ich bin es, Lisa. Gadi ist auch hier. Sie hat mir diese wunderschönen Schleier gebracht. Gefalle ich euch?“ Die Frauen begrüßten sich herzlich. „Du siehst fantastisch aus. Ein typischer Gadi! Unverkennbar!“, sagte Selima.

„Und vielleicht auch der Letzte!“, sagte Gadi.

„ Aber warum das denn, Gadi?“

„Meine Mutter, ich habe sie besucht und gesehen, wie glücklich sie jetzt ist. Sie führt ein zu tiefst frommes Leben im Kreise ihrer Familie. Sie ist Allah hundert mal näher als ich. Was bedeutet mein Leben ohne Familie und dem Glauben. Die Leute sagen, wenn sie mich sehen: ‚Seht nur, das ist Gadi, die berühmte Ruband Designerin‘. Ich will das sie sagen: ‚Seht nur, sie ist eine gute Muslimah!‘

Meine Mutter und mein Stiefvater wünschen, dass ich zu ihnen ziehe. Mein Stiefvater Dr. al Gossarah sagte, ich sei seine Tochter und ich sollte mich, wie es sich für eine gute Tochter eines Salafisten gehöre, mich in seine Obhut begeben. Ist es nicht die Pflicht der Tochter, gehorsam und bescheiden zu sein?“ 

Selima sagte: "Es nicht falsch, wenn du in der Obhut deiner Familie mit deiner Mutter ein gottgefälliges und sittsames Leben führst." 

Und Aleyna meinte: "Ich bin sicher, Gadi, dass du dich immer für Allah entscheiden wirst. Aber nun möchten wir mit euch die Dinge besprechen, deretwegen wir hier sind."