Veiled PAGE

Email:   vulcan@anarchocat.com

Teil 1

Der Unterstützer am 9. April 2019 von vulcan veröffentlicht.

Nicht zur Vervielfältigung auf anderen Websites oder in einem anderen Veröffentlichungsformat ohne die Erlaubnis des Autors.

Der Unterstützer von T_G

 Erika Sommer war ein 23-jähriges, schlankes, brünettes Mädchen. Ihre beste Freundin ist Asra Kagan, ein arabisches Mädchen gleichen Alters. Einer der Gründe für eine solche Freundschaft sind die Erikas Eltern. Ingrid und Fritz empfanden keine Sympathie für Araber, aber Erika hatte sich gerade mit Asra angefreundet. Nach anfänglichen Streitigkeiten ließen ihre Eltern Erika in Ruhe. Sie störten sich an den Launen ihrer schwer zu erziehenden Tochter und hofften, dass sie Asra bald vergessen würde. Vielleicht hat Erika, wenn sie endlich einen Job findet, weniger Zeit für Dummheiten, dachten die Eltern. Aber Erika freundete sich immer mehr mit dem muslimischen Mädchen an, die modische Kleidung wie Erika liebte. Asra erzählte ihr von ihrer Kultur und Religion. Sie lehrte sie in wenigen Monaten sogar Arabisch und beide beteten auch zusammen. Erika war Atheistin, zur großen Trauer ihrer katholischen Eltern. Arabisch betete Erika als Geste gegenüber ihrer Freundin. Asra wusste das, und doch freute sie sich. Erika begleitete sie einst sogar in die Moschee. Eines Tages wurde Asra wütend wegen eines Berichtes in der Lokalzeitung. "Seht, auf was für eine Idee die Godfrid gekommen ist! Das ist ja untragbar! " ,sagte sie. Anna Godfrid war die Bürgermeisterin der Stadt, und vielen gefiel sie nicht. Die zwei Mädchen mochten sie auch nicht. "Es wird bald verboten sein, Burka und Niqab zu tragen!" Erika las den Artikel. Der Artikel berichtete, dass die Bürgermeisterin sagte, der Schleier sei ein Mittel zur Unterdrückung von Frauen, wozu Männer Frauen gezwungen haben. So wird sie einen Auftrag bezüglich seines Verbots erteilen.

"Es ist skandalös! Warum können wir nicht tragen, was wir wollen? "Asra war empört.

"Aber du trägst doch auch keinen Schleier!" wunderte sich Erika.

"Es ist eine Frage des Prinzips! Wenn wir ihn tragen wollen, dann tragen wir ihn! Das soll unsere Entscheidung bleiben! Wir organisieren den Protest bereits. Machst du mit und unterstützt du uns?" ,frug das arabische Mädchen. So einigten sie sich darauf, sich am nächsten Morgen um neun Uhr bei Asras Eltern zu treffen.Erika eilte am nächsten Tag zu ihnen und eine Frau in schwarzen Schleiern öffnete ihr die Tür.

"Hallo, meine Freundin! Komm rein, und ich habe bereits mit meiner Mutter ein paar Schleier für dich vorbereitet. ", Asras Stimme erklang hinter dem Niqab.

"Soll ich einen Schleier tragen?" wunderte sich Erika.

"Natürlich! Sämtliche Etappen werden in einem Schleier durchlaufen! ",sagte Asra nickend. Asra und ihre Mutter Dima begleiteten Erika in ein Zimmer und zogen sie aus. Sie gaben ihr ein schwarzes Höschen, ein Hemd und Strümpfe.

"Muss das sein? Warum kann ich meine Unterwäsche nicht anbehalten?" ,fragte Erika.

"Du sollst ein muslimisches arabisches Mädchen sein, also wirst du das Gleiche tragen wie ich jetzt!" sagte Asra lachend. Sie kleideten Erika weiterhin. Sie gaben ihr einen langen Abaya, passende Schuhe und verhüllten ihre Haare mit einem Hijab. Nur Gesicht und Hände waren noch zu sehen, aber das hielt nicht lange. Asra zog schwarzen Handschuhe an Erikas Hände, und Dima band den Niqab vor ihr Gesicht. "

"Es ist soweit! Was für ein hübsches muslimisches Mädchen haben wir da aus dir gemacht? Los, wirf einen Blick in den Spiegel! " sagte Asra. Erika betrachtete die drei identischen schwarz verschleierten Frauen. Dima nahm eine Schicht des dreilagigen Niqab und zog sie über Erikas Kopf.

"Wenn wir unter uns sind, kannst du diese Schicht einfach wieder aus den Augen ziehen, um besser zu sehen. Aber wenn wir aus dem Haus gehen oder mit einem Mann zusammen sind, dann zieh dir den Schleier wieder über die Augen! In Ordnung? ", frug Dima und Erika nickte. Auch wenn ihr Blick immer noch etwas neblig war, war es so viel besser. Sie konnte ihre Augen nun auch im Spiegelerkennen. Nur durch dünnes schwarzes Material hindurch. Alles andere verbarg der Schleier. Sie zog die dritte Schicht über ihre Augen und trat dann aus dem Haus. Drei verschleierte Frauen gingen gemeinsam auf den Platz vor dem Büro der Bürgermeisterin; für ihn haben sie sich als Demonstrationsort entschieden. Der Platz vor dem Büro war bereits voll von schwarz verschleierten Frauen. Hunderte von völlig identischen verschleierten Frauen schrien im Chor:

"Wir wollen Freiheit! Wir haben das Recht, einen Schleier zu tragen! Es gibt keine Notwendigkeit zu regulieren! Sagt uns nicht, was wir anziehen sollen! Wir verlangen den Widerruf der Vorschrift oder die Kündigung der Bürgermeisterin! Freiheit für muslimische Frauen! " Erika schrie zusammen mit den anderen Frauen, die auf Arabisch oder Deutsch skandierten. Dann rief die Anführerin des Protestes, eine ältere Frau, zum Gebet auf. Alle beteten gemeinsam. Erika war ebenfalls ein Mitglied dieser großen Gemeinschaft. Sie war begeistert, Teil einer gemeinsamen Aktion zu sein, ein gemeinsamer Wille und das Vertrauen in den Erfolg. Es war am späten Nachmittag, als der Protest endete. Es ist niemand herausgekommen, also bat die Leitung alle, in den nächsten Tagen fortzufahren, bis sie die Erlaubnis erhielten sich zu verschleiern.

"Nicht vergessen! Wir haben das Recht, die Anforderungen unserer Religion zu erfüllen! Aber da wir Frauen sind, die mit ihren Familien zu tun haben, werden wir erst am Nachmittag von morgen kommen", sagte sie. Erika, Asra und Dima gingen nach Hause. Erika war ein wenig enttäuscht. Vergeblich trug sie den Schleier, im sinnlosen Gebet mit den anderen haben sie keine Ergebnisse erzielt. Gleichzeitig war sie stolz auf sich selbst. Sie hatte ihre Freundin nicht in Verlegenheit gebracht. Kein Mensch konnte behaupten, dass hinter dem schwarzen Schleier kein muslimisches Mädchen war.

"Wie hast du dich gefühlt? War es gut? Kommst du morgen? " fragten sie Erika.

"Es war perfekt! Am Ende störte mich der Schleier nicht mehr. Und gerne komme ich wieder. " lachte Erika. Sie bemerkte die Schleier nicht einmal, als sie nach Hause kam. Dann erinnerte sie sich daran, dass sie noch immer im Schleier war. Das frühere Kleid war bei ihrer Freundin geblieben. Was werden ihre Eltern sagen, wenn sie sie im Schleier sehen?

Zu ihrer Überraschung öffnete Asras Vater die Tür für sie. Er begleitete die drei verschleierten Frauen in das Wohnzimmer, in dem Erikas Eltern saßen.

"Meine teure Tochter! Rashid hat uns alles verraten.", sagte Fritz. 

" Wir haben beschlossen, dich wie ein arabisches Mädchen zu behandeln. Du trägst einen Schleier und betest mit den anderen, also wirst du jetzt ein muslimisches Mädchen sein!"

" Welche davon ist meine Tochter? " fragte Ingrid. Erika wollte den Schleier lüften, aber ihr Vater sagte:

" Lass es einfach sein! Bist du nicht stark genug, um ihn auch weiterhin zu tragen? Warum hast du dich dann darin versteckt? ”

"Dein Vater hat Recht! Wenn du ihn nicht tragen kannst, dann nimm ihn ab, aber wenn du kein Schlappschwanz bist und dich stark genug fühlst, bleibe in ihm. Die Demonstration geht morgen weiter! Möchtest du nicht mitmachen? Asra wäre enttäuscht von dir! Der Name Erika passt nicht zu dir! Stattdessen wollen wir dich Elisha nennen!" sagte Rashid lächelnd.

"Ich bin kein Schlappschwanz! Ich bin so stark wie Stahl! Und natürlich werde ich auch an der morgigen Demonstration teilnehmen!" sagte Erika mit verschleiertem Kopf und stieß trotzig ihre behandschuhten Hände in die Hüften.

Teil 2

"In Ordnung, Elisha! Der schwarze Schleier paßt wirklich besser zu deinem Namen. Ich danke euch Freunde.", sagte Ingrid. Als Asra und ihre Eltern gegangen waren, deckten Erika und Ingrid das Abendbrot auf. Erika wollte sich an den Tisch setzen, doch ihr Vater sagte:

" Ein einfaches muslimisches Mädchen isst nicht mit einem Mann, auch wenn es ihr Vater ist!" Erika hatte großen Hunger, aber sie musste warten, bis ihr Vater und ihre Mutter aufgegessen hatten. Fritz aß langsam, sehr langsam. Schließlich war er fertig und Erika durfte am Tisch sitzen. Sie wollte den Schleier abnehmen, doch Ingrid sagte:

"Was machst du da? Warum solltest du ihn ablegen? Ein gutes muslimisches Mädchen nimmt den Schleier nicht einmal beim Essen ab! ”

"Aber Mama! Ich bin keine Muslimah! " protestierte Erika.

"Du bist nicht Elisha? Schau in den Spiegel! In diesen schwarzen Schleiern bist du eine strenge Muslimah, wie ein Ehemann oder ein Vater sie sich wünscht. Und jetzt sollst du beten! Als muslimisches Mädchen musst du fünfmal am Tag beten." Erika wollte protestieren, aber ihre Mutter beachtete sie nicht mehr, indem sie einfach die Gebetsmatte, die Rashid, wie viele andere Dinge auch, mitgebracht hatte, zurecht schob und ihr mit einer Geste befahl zu beginnen. Nach dem Gebet griff Ingrid nach Erikas behandschuhter Hand und führte das verschleierte Mädchen in ihr Zimmer. Erika war überrascht. Das Fenster ihres Zimmers war verdunkelt. Das Licht kam durch, aber man konnte von aussen nicht durchsehen. Ihr Fernseher und die CDs waren weg. Es gab nur ein paar Bücher und Zeitschriften im Bücherregal. Sie ging zum Regal und sah sie an. Alle in arabischer Schrift. Ein Quran, einige Bücher über das Leben, verbindliches Verhalten muslimischer Frauen und Ehefrauen, religiöse Bücher und Zeitungen.

"Lies dies Elisha! Zuerst einmal der Koran! Dann erzähl mir, was du gelesen hast! Du darfst den Schleier nicht abnehmen, bis ich es dir erlaube. Andernfalls lasse ich dich morgen nicht gehen! ”

"Mom, ich bin schon erwachsen! Sag mir nicht, was ich tun soll! "Erika schmollte.

"Du bist nicht so erwachsen, dass du dir selbst einen Job suchst! Und ich verstehe dich Elisha! Diese Kleidung und der Schleier sind unbequem. Warm, steif, und du siehst fast nichts. Du willst da raus und etwas Bequemes anziehen. Du willst nicht so ein strenges Leben wie eine echte Muslimah führen, aber es wird erwartet, dass deine Freunde das tragen und tun, was für dich unerträglich ist. Tief unten in dir ist die Wahrheit begraben. Bring sie hoch zu dir, wenn du willst, aber sag mir nicht, dass du stark bist! "Ingrid lachte.

"Ich bin wirklich stark! Ich habe keine Leiche im Keller! Wenn jemand anderes nach so strengen Regeln leben kann, werde ich es auch können." Nachdem Ingrid hinausgegangen war, dachte Erika zuerst daran, den Schleier abzunehmen, aber sie erkannte, dass es eine Schwäche sein würde. Sie nahm den Koran vom Regal und begann laut zu lesen. Sie wusste, dass ihre Mutter zuhören würde. Sie meinte es ernst, die Dumme. Und Erika hatte Recht. Ingrid blinzelte durch das Schlüsselloch in das Zimmer. Sie sah Erika auf einem Kissen in der Mitte des Raumes sitzen. Sie hörte, wie ihre Tochter auf Arabisch las. Mit einem Grinsen ging sie zu ihrem Mann.

"Sie hockt in ihrem schwarzen Schleier in ihrem Zimmer und liest laut vor. Vermutlich der Koran und Arabisch. Ich bin sicher, sie wusste, dass ich zuhören würde. Aufsässig wie immer. ”

"Glaubst du, sie lässt sich überzeugen?" fragte Fritz.

"Natürlich! Wer würde sich dieses schrecklich strenge Leben wünschen? "Ingrid nickte. Nach einer Stunde klopfte Ingrid an Erikas Tür: " Geh und nimm ein Bad, Elisha! Im Morgengrauen sollst du wie jeder Muslim auch das erste Gebet beten! ” Erika öffnete ihren Schrank, aber statt ihrer eigenen Kleidung fand sie nur schwarze Kleidung. Sie war nicht überrascht. Nach dem Baden nahm sie frische Kleidung und einen Schleier mit. "Willst du nicht im Pyjama schlafen, Elisha?" fragte sie Fritz. "Also, wie lacht man über meine Schwäche? Ich würde lieber in diesem Schleier schlafen! Respektiert dies! " sagte Erika wütend und schloss die Tür. Die Erika wachte auf,als man ihr die Schulter schüttelte. "Wach auf, Elisa! Es ist Zeit für das Gebet der Morgendämmerung." ,drängte Ingrid. Nach dem Frühstück sagte Fritz zu Erika: "Komm! Gehen wir einkaufen! Deine Mutter wird solange das Mittagessen vorbereiten.” "Soll ich im Schleier mit dir einkaufen gehen?" "Natürlich! Beweg dich!", sagte er. "Sagte er. Erika ging in den Keller, drehte sich aber nach ein paar Schritten um und sah ihren Vater zufrieden lächeln. "Du hast es fast geschafft, mich auszutricksen! Du versuchst alles, damit ich den Schleier abnehme und meine Schwäche zugeben muss! Dein Verstand wird mich nicht besiegen! Ich bin stärker, als du denkst! Wir können einkaufen gehen!", sagte das verschleierte Mädchen. "In Ordnung, Elisha, dann folge mir!" "In Ordnung, Elisha, folge mir!" sagte der Mann. Unterwegs erkannte Erika, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Obwohl niemand sie im Schleier erkennen konnte, aber ihren Vater schon, und so konnten sie erahnen, dass es Erika war, die ihm folgte. Natürlich haben sie einen Freund getroffen. Erika folgte ihrem Vater mit zwei schweren Taschen nach Hause, als sie eine vertraute Stimme hörte.

Teil 3

"Hi Fritz! Begleitet dich deine Tochter in diesem schwarzen Schleier? Ich wusste nicht, dass sie eine Muslimin ist! ” Erika verank vor Scham. Es war der junge Mann, der nebenan wohnte. Erika hätte sich gewünscht, dass Otto König ihr den Hof machte, aber der 28-jährige, gutaussehende Mann hatte sie noch nicht beachtet. Otto und Fritz sprachen miteinander, schließlich wandte sich Otto an das verschleierte Mädchen:

"Erika, bekommst du Nachmittag?" Ich würde dich gerne sehen!"

"Keine Zeit dafür!" Sie wird am Protest der muslimischen Frauen teilnehmen. Nicht wahr Elisa? "sagte Fritz. Erika nickte mit gemischten Gefühlen. Sie hätte sich ein Date mit Otto gewünscht, der sichtlich begeistert von ihrem Schleier war, aber sie hatte versprochen, heute am Protest teil zu nehmen. Was würde Asra denken, wenn sie nicht mit geht? Auf der anderen Seite wäre es schade, die Gelegenheit zu verpassen, Otto zu treffen! Der Mann blickte sie an. Erika fühlte sich dabei sehr gut. Nach dem Mittagessen erschienen Asra und Dima. Beide im schwarzen Schleier.

"Hallo Elisha! Darf ich dich so nennen? Ich sehe, du bist fertig angezogen, dann können wir gehen! " sagte Asra.

" Seitdem du mich verschleiert hast, trage ich nur noch diese Kleidung, ich habe mich heute Morgen nach dem Duschen frisch eingekleidet, mit dem was dein Vater mir mitgebracht hat."

"Hattest du die ganze Zeit einen Schleier an? Hast du vielleicht darin geschlafen? Und hast du darin gegessen?",  Asra frug sie ganz perplex.

"Natürlich! Wieso machst du das nicht? "fragte Erika.

"Sicherlich nicht! Das verlangen nur die strengsten Familien! ”

"Warum hat mir dann dein Vater noch mehr Kleider und Schleier gebracht? Und warum hat er mir Qur'an, Gebetsmatten und muslimische Dokumente gebracht? "fragte Erika.

"Mein Mann hat mit deinem Vater gesprochen. Ich denke, deine Eltern wollen, dass du lernst durchzuhalten,während du uns unterstützt." sagte Dima, als sie gingen.

" Sie irren sich! Ich habe versprochen, euch zu helfen und die Schleier an zu behalten! Wenn ich muss, werde ich sie wochenlang tragen! ”

"Danke! Und wenn es monatelang dauert? " fragte Asra neugierig.

"Ich trage sie, solange es nötig ist!" Erika nickte.

Die Demonstration dauerte bis zur Abenddämmerung, und dann brachten Dima und Asra Erika nach Hause. Zu ihrer Überraschung plauderte Otto mit ihren Eltern.

"Komm her Elisha! Otto ist tatsächlich deinetwegen gekommen! " sagte Ingrid.

"Elisha bring einen Kuchen und Wein! Bediene unsere Gäste! "sagte Fritz. Erika brachte eine Schale mit Kuchen, Tellern und eine Karaffe Wein mit, aber ihre Mutter sagte:

"Ein ordentliches muslimisches Mädchen darf keinen Alkohol trinken! Du kannst nicht mit uns essen! Und es ist Zeit zu beten! Danach darfst du dich in die Ecke des Raumes setzen.” Erika wollte protestieren, aber Ingrid schob einfach die Gebetsmatte zurecht und gestikulierte, damit sie beginnt. Also machte Erika es. Dabei spürte sie, die Blicke Ottos auf sich. Nach dem Gebet setzte sie sich auf ein Kissen in der Ecke. Sie beobachtete Otto beim Gespräch mit ihren Eltern. Seine Stimme ist so angenehm, so männlich! Und nicht einmal wendet er seinen Blick von mir! dachte Erika zufrieden. Erika wurde es im Schleier warm und sie keuchte nach Luft. Sie wollte Otto! Sie will, dass er ihr Mann wird! Das entschied sie. Nach einer Stunde schickte Otto sich an zu gehen.

"Elisha! Sei still, wenn du deinen Gast hinaus begleitest, so machst du alles richtig! " sagte Ingrid. An der Tür nahm Otto Erikas Handschuhhände und bedankte sich bei ihr:

"Gute Nacht! Bis morgen, Elisha! Du bist so schön in diesem schwarzen Schleier! ” Sie wußte, er wird morgen wiederkommen. Und er mag sie! Erika war glücklich. Sie dachte schon an die Flitterwochen. Sie hatte einen seltsamen Traum. Sie stand in einem Hochzeitskleid vor dem Priester in der Kirche, als Otto ihr Verlobter eintrat. Er trug einen langen Bart und arabische Kleidung. Plötzlich verwandelte sich die Kirche in eine Moschee, und der katholische Priester wurde ein Imam, und ihr Hochzeitskleid wurde zu weißem Niqab und Abaya.

"Was bedeutet das?" dachte Erika am nächsten Morgen. Nach dem Frühstück sagte Ingrid:

"Heute machst du das Sonntagsessen, ich werde dir nur helfen." Erika versuchte, das Beste aus dem Essen zu machen. Als sie fertig war, badete sie und zog frische Kleidung und einen Schleier an. Dann wartete sie auf Otto. Er kam auch rechtzeitig. Erika führte ihn in das Esszimmer, wo sie mit gedecktemTisch auf ihn gewartet hatte.

"Heute hat Elisha gekocht, ich habe ihr nur geholfen." sagte Ingrid. Erika blickte mit Befriedigung aus ihrer Ecke heraus, wie Otto ihre Kochkunst mit gutem Appetit verspeiste und sie dabei anstarrte. Nach dem Mittagessen kamen Dima und Asra. Erika war sich uneins. Sie wäre gerne geblieben, aber sie hatte versprochen zu helfen. Otto wollte ihr sagen, dass sie bleiben soll, aber Ingrid fuhr dazwischen:

"Worauf wartest du noch auf Elisha? Deine Freunde warten auf dich! Los, zeig dich ihnen! ”

"Nur zu! Wir sehen uns morgen! " sagte Otto mit einem Seufzer der Enttäuschung. Die drei verschleierten Frauen gingen auf dem Gehweg und Asra fragte:

"Du Elisha! Wer war dieser Mann bei dir? ”

"Otto König. Unsere Nachbar und mein Verlobter! "sagte Erika.

"Ich sehe, du magst den Mann, aber weiß er, dass er dein Bräutigam ist?" fragte Asra und kicherte.

"Noch nicht, aber er wird es noch herauszufinden. Und weißt du, was lustig ist? Er hatte es früher noch nicht einmal bemerkt,wenn ich versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erregen! Jetzt, da er mich in diesem schwarzen Schleier gesehen hat, fängt er an, mich zu umwerben! Obwohl  er mich nicht sehen kann, unter den mich völlig bedckenden Schleiern, sagt er, ich sei sehr hübsch. Wer versteht da Männer? "Erika kicherte und hielt ihre Hand mit Handschuhen vor den Mund. Alle drei lachten. Schließlich sagte Dima:

"Es gibt einige Männer, die zur Liebe geflogen sind! Was ist mit dir? Würdest du den Schleier um des Mannes willen tragen? Vielleicht bis zum Ende deines Lebens? Und wenn er darauf besteht, dass du Muslimah wirst? Würdest du es für ihn tun? ” Erika wusste die Antwort nicht.

Teil 4

Ein Monat ist vergangen. Erika trug den Schleier die ganze Zeit und traf Otto jeden Tag. Der Mann war unauslöschlich glücklich mit dem verschleierten Mädchen. Erika hat den Mann immer aus dem Haus begleitet, der immer freundlicher wurde. Auf eine alte Gentleman-Art küsste er immer Erikas Handschuhhand und verabschiedete sich. Und am letzten Tag hat er einfach das verschleierte Mädchen gepackt und sie durch den Schleier geküsst. Dann lief er weg, als ob er bereute, was er getan hatte. Erika war einfach fassungslos, aber glücklich. Der Kuss von Otto war sehr schön.

"Otto bitte um meine Hand! Erwarte nicht, dass ich Dich anbettele!" dachte Erika sehnsüchtig. Schließlich kam die Bürgermeisterin zu den Demonstranten. Die Bürgermeisterin und die Anführerin hatten sich lange gestritten. Zum Abschluss rief die Anführerin:

"Dima! Komm her und bringe Elisha mit! Die Bürgermeisterin möchte, dass du ihr Elisha vorstellst! ” Die drei verschleierten Frauen gingen zur Bürgermeisterin. Erika reichte ihr die Hand.

"Erika Sommer. Ich freue mich, Sie kennenzulernen."

" Anna Godfrid." Die Bürgermeisterin reichte ihr ihre Hand.

"Sie sind keine Muslimah, warum tragen Sie einen Schleier und warum nehmen Sie an dieser Demonstration teil?"

"Ich will doch nur den Frauen helfen, die von ihren Ehemännern oder ihren Vätern gezwungen werden, sich zu verschleiern! ",sagte Erika ironisch und "Glaubst du nicht, dass es einige gibt, die ihre Schleier freiwillig oder vielleicht sogar mit Vergnügen tragen?" fragte Erika.

"Also trägst du es gerne?" Anna lachte.

"Das wäre eine Übertreibung! Ich trage ihn, um meinen Freunden zu helfen. Sie wollen ihre Vorschrift nicht, und ich werde sie so lange tragen, wie es sein muss." ,sagte das verschleierte Mädchen.

"Und wie lange? Für eine Woche? Für einen Monat? Vielleicht mehr? " fragte die Bürgermeisterin.

"Egal, ob du weitermachst! Auf den Erfolg! Was ist daran so lustig? Mein Verlobter mag diesen schwarzen Schleier lieber als meinen Minirock!",sagte Erika.

"Weißt du was? Wenn du weiterhin im Schleier bleibst, werde ich das Dekret zurückziehen. Ich biete dir sogar Arbeit an! Du wärst die Verbindung zwischen mir und den muslimischen Frauen. Du bekommst ein Büro und bringst sie dorthin, hörst auf ihre Beschwerden und hilfst den Familien oder lernst sie nur besser kennen! Natürlich solltest du immer einen Schleier tragen, wie jetzt, damit arabische Frauen sehen, dass du zu ihnen gehörst! Das Ganze wurde von meinem Neffen erdacht. Kennst du Otto?", fragte sie lächelnd. Erika war erstaunt. Otto und die Bürgermeisterin waren Verwandte? Akzeptieren Sie die Bestellung? Tragen Sie den Schleier, wer weiß, wie lange?

"Nimm den Job an! Alle würden es gut finden! Wir hätten jemanden, der unsere Interessen vertritt, du hilfst der Bürgermeisterin und deine Mutter würde sich freuen, wenn du endlich einen Job hättest! Und du sagtest, du magst deinen Bräutigam!", sagte Asra lachend.

"Und ich? Was ist mit mir? Werde ich in diesem schwarzen Schleier weiterhin bleiben? Wie lange?" , Erikas Stimme kam hinter dem schwarzen Niqab.

"Was wäre, wenn? Du hast versprochen, ihnen zu helfen, und du trägst den Schleier, solange sie dich brauchen!" , sagte Otto, der jetzt zu ihnen trat.

"Bist du an dieser Verschwörung beteiligt?" ,fragte Erika.

"Hier gibt es keine Verschwörung!" sagte Otto und fuhr fort:

"Heirate mich! Deine Eltern haben zugestimmt. Es war nicht einfach sie zu überzeugen! Ich bitte dich nur: Trag den Schleier die ganze Zeit! Ich mag es wirklich! ”

"Mach schon, Elisha! Frag dich nicht, ob du deine Meinung geändert hast! Meine Mutter hat noch ihr Hochzeitskleid. Sie möchte es dir leihen, sag einfach ja! Erika hatte lange darauf gewartet, dass er sie bemerkt, um sie wirbt und um ihre Hand bittet. Es wäre töricht, die Gelegenheit zu verpassen, seine Frau zu werden. Magst du verschleierte Mädchen? Nun, es wird eine verschleierte Frau sein! dachte sie bei sich und sagte ja.

Nachtrag

Erika stand glücklich neben Otto in dem geborgten weißen Schleier.

"Du bist wunderschön in diesem Schleier!" sagte Otto.

"Danke, mein Liebster! Ich bin froh, dass du mich liebst!" ,lachte sie hinter dem weißen Niqab.

Ein Jahr nach ihrer Hochzeit wurden Erika und ihr Mann muslimisch. Erika nahm den Namen Elisha an. Nach der Geburt ihr erstes Kindes verließ sie ihren Job und blieb zu Hause bei ihrer Familie. Langsam versöhnten ihre Eltern sich mit ihr. Ingrid war glücklich, weil Elisha fast jeden Tag zu Besuch kam. Ingrid spielte dann gerne mit ihren Enkeln. Jetzt war sie stolz auf ihre Tochter, die sie nie ohne den schwarzen Schleier mehr sah. Auch hatte sie vier Enkelkinder, sodass ihr nie langweilig wurde.