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Liza - Teil 1

Liza von T_G deutsche Übersetzung von Vulcan  

Die 14-jährige Liza Holm lebte bei ihrem Vater, dem 35-jährigen Ted, seit ihre Mutter sie verlassen hat und zu ihrer neuen Liebe gewechselt ist. Vielleicht konnte sie so nicht weiterleben, da ihr Vater im diplomatischen Dienst tätig war und ständig mit der Familie verreiste. Liza hingegen liebte es, neue Länder kennen zu lernen.

“Meine nächste Reise führt zum Afrikanisch Arabischen Kalifat. Kommst du mit mir oder gehst du zur Oma? ” fragte ihr Vater. Liza ging ungern zur Großmutter. Ihre Großeltern mochten Ted nicht und akzeptierten ihre Enkelin nur widerwillig. Sie stimmte zu, stattdessen mit ihrem Vater zu gehen.

“Die AAK ist ein strenges muslimisches Land, in dem jede Frau Schleier trägt, aber als Diplomatentochter brauchst du es nicht. Absolut sicheres Land. Es gibt keine Botschaft, aber wir werden in einem einfachen Haus leben. Ich werde viel arbeiten müssen. Wir können nicht viel Zeit miteinander verbringen, und keine andere Diplomatenfamilie wird in der Nähe sein. Du wirst dich mit den Einheimischen arrangieren müssen! Fast alle können Englisch.” sagte Ted.

Ein paar Tage später kamen sie an. Am Flughafen wartete ein Mann mit drei voll verschleierten  Frauen in  schwarz auf sie. Der Mann stellte sich als Ahmed Golan vor und stellte die Frauen in perfektem Englisch vor: “Das sind Dima meine Frau und Juba und Fessa, meine Töchter. Sie sind mitgekommen, weil meine Töchter sehr neugierig auf dich sind, Liza.”

“Hallo Liza! Wir sind Nachbarn. Hoffentlich werden wir gute Freunde! Wir hatten noch nie eine europäische Freundin.” Die Mädchen kicherten und gaben ihr ihre behandschuhten Hände. Auch Dima begrüßte Liza herzlich. Sie sprachen alle gut Englisch. Nach einer kurzen Fahrt erreichten sie ihr neues Zuhause. Die Mädchen halfen Liza, ihre Sachen in ihr Zimmer zu räumen. Liza wunderte sich, dass sie ihre Schleier nicht ablegten.

“Es ist hier so Sitte!” sagten sie. Dann ging Liza mit den Mädchen rüber zum Haus der Golans. Stolz zeigten sie ihr ihr Zimmer. Liza sah sich darin um. Es war ein schönes großes Zimmer, zwei Betten, zwei Kleiderschränke, zwei Sessel und ein Tisch gehörten mit zur Einrichtung. Liza bat sie ihre Schleier abzulegen,um ihr endlich ihre Gesichter zu zeigen. Die Mädchen schlossen ab und hoben ihre Schleier von ihren Gesichtern. Dann unterhielten sie sich. Juba war vier, Fessa war zwei Jahre älter als Lisa. Beide gutaussehend, normales Gesicht, dunkelbraune Augen, langes schwarzes Haar. Es klopfte. Schnell verhüllten sich die Mädchen und öffneten die Tür. Es war Dima. Sie brachte den drei Mädchen eine Schale mit Kuchen. Zu Lizas Überraschung aßen die beiden Mädchen verschleiert.

“Wir machen das immer so ohne den Schleier fühlen wir uns unwohl.” sagten sie.

“Lasst uns sie auch verschleiern!” sagte Juba.

„Prima! Es ist eine ausgezeichnete Idee!” stimmte ihr ihre Schwester zu.

„Was?“

“Sag nicht, dass du nicht schon mal darüber nachgedacht hast, wie es sich anfühlt einen Schleier zu tragen. Wie alt bist du? Du bist doch schon vierzehn?” fragte Juba.

“Schau mal! Wärst du hier geboren, würdest du den Schleier schon zwei Jahre lang tragen. Dann wäre es auch dir unangenehm, anderen dein Gesicht zu zeigen.” sagte Fessa. Liza versuchte sich zu wehren, aber die beiden verschleierten Mädchen beachteten sie nicht. Sie wurde mit sanfter Gewalt, nackt ausgezogen und sie begannen sie anzuziehen. Schwarzes Knie langes Hemd, lange Hose, Kniestrümpfe, Abaja und Hijab. Dann Schuhe, Niqab und Handschuhe, alles schwarz. Schließlich banden sie ihr über den Khimar einen schwarzen Niqab übers Gesicht. Sie ging zum Spiegel. Liza sah nun drei identische schwarz verhüllte Mädchen. Ihre neuen Freundinnen umarmten sie.

“Du bist wunderschön meine Schwester!” sagte Juba.

“Wie ein echtes arabisches Mädchen! Dein Name sollte Laia sein! Das klingt viel arabischer.” sagte Fessa.

„Vielen Dank! Ihr seid wirklich in Ordnung, aber ich muss mich jetzt umziehen und nach Hause gehen.” sagte Lisa.

“Warum die Eile, Laia! Setzen wir uns für eine Weile hin und essen einen Kuchen.” Lisa setzte sich und die drei verschleierten Mädchen redeten noch. Währenddessen aß sie voll verschleiert von der Torte, wie sie es bei ihren Freundinnen sah. So vergingen zwei Stunden. Liza merkte nicht, wie schnell die Zeit verging. Sie vergaß sogar, dass sie  einen Schleier trug. Liza wurde von den Mädchen in Arabisch unterrichtet und sie mussten lachen, wenn sie etwas falsch aussprach. Es wurde wiederholt geklopft.

„Wow! Ich wusste nicht, dass ich drei Töchter habe!”  lachte Dima.

„Ja! Laia ist unsere neue Schwester!”

“Laia?”

„So nennen wir  Liza auf arabisch.” sagte Juba. Alle lachten. Dima sagte, dass Lizas Vater sie bat, nach Hause zu kommen.

“Du gehst so nach Hause! Wir begleiten dich. ” sagten die Mädchen. Sie nahmen Liza in die Mitte und gingen los. Dima nahm Lizas Kleider, legte sie in eine Tüte und folgte ihnen. Sie dachte:

"Ich wünschte, sie wäre meine Tochter! Juba wird bald heiraten und uns verlassen." Die drei Mädchen, gefolgt von Dima, kamen zu Lizas neuem zu Hause und klopften an. Ted öffnete die Tür und sah vier verschleierte Frauen. Hinter einem der Schleier sagte Liza:

“Hallo Papa! Die Mädchen haben mich in ihre Schleier gekleidet. Lässt du mich eintreten?” Ted nahm Lizas Kleider entgegen und ging hinein.

“Und wie fühlst du dich in deinem Schleier, meine Tochter?”

“Es ist okay. Natürlich ist es sehr warm darunter, wie man leicht verstehen kann. Ich habe es seit mindestens zwei Stunden an und ganz vergessen. Ich habe mich mit den Mädchen angefreundet, sie haben mich wie eine Cousine behandelt. Sie haben Laia genannt.” sagte Liza.

“Laia, bring mir mein Essen, ich bin hungrig! Und vergiss nicht, arabische Mädchen essen nach den Männern!”, sagte Ted. Nachdem er gegessen hatte, setzte sich Liza hin und begann zu essen. Ted beobachtete seine Tochter beim Essen.

„Dad! Du darfst nicht zusehen, wie ein verschleiertes Mädchen isst! ”

“In Ordnung, ich gehe! Dann mach danach Ordnung und geh schlafen, es ist spät. Vielleicht schläfst du in deinem Schleier, die Frauen hier schlafen so.” sagte ihr Vater und ging hinaus. Nachdem Liza alles aufgeräumt hatte, ging sie in ihr Zimmer. Sie schaute in ihr verschleiertes Spiegelbild. Sie verbeugte sich und sagte zu ihrem Spiegelbild:

“Gute Nacht Laia! Schlaf gut in deinem Schleier, Araberin!” und musste lachen.

Am nächsten Morgen frühstückte sie mit ihrem Vater. Ohne Schleier, weil es mit der anderen Kleidung gewaschen wurde. Sie erzählte ihm, wie gut sie im Schleier geschlafen hatte. Ted sagte ihr, dass er den ganzen Tag arbeiten müsste und nur zum Abendessen nach Hause kommen könnte.

“Ich treffe Geschäftsleute. Ich esse mit ihnen. Mach du etwas für dich! ” Liza kochte ihr Mittagessen. Sie dachte darüber nach, was sie bis zum Abend tun könnte. Sie wollte ihre neuen Freundinnen besuchen. Sie nahm die dunklen Kleider und Schleier aus dem Trockner, zog sich an und ging zu ihnen hinüber. Dima öffnete ihr.

“Bist du es Laia? Die Mädchen sind noch nicht von der Schule nach Hause gekommen, aber wenn du willst, können wir einkaufen gehen.”

“Sehr gern, ich muss es auch für mich etwas einkaufen.” sagte Liza.

Lisa - Teil 2

Die zwei verschleierten Frauen gingen zum Basar. Auf dem Weg dorthin sahen sie eine westliche Frau, die sich mit zwei Polizisten stritt:

„Nein! Ich bin Touristin! Warum sollte ich einen Schleier tragen?”

“Du bist hier falsch! Dies ist kein Gebiet für Touristen! Hier musst du einen Schleier tragen!” sagte einer der Polizisten streng.

“Kann ich dir helfen?” fragte Liza. Sie überreichte dem Polizisten ihren Diplomatenpass, den sie von ihrem Vater bekommen hatte.

“Danke!”, sagte der Polizist, beugte sich zu Liza und gab ihr den Pass zurück.

“Bitte sage der Dame, dass es hier eine Straftat ist sich nicht zu verschleiern und ihr eine Haftstrafe droht.”, sagte der andere Polizist.

“Aber wenn die Dame bereit wäre einen Schleier zu tragen, würde sie nicht bestraft werden?” fragte Liza. Die Polizisten nickten.

„Natürlich nicht! Wenn die Frau einen Schleier trägt, gibt es keinen Sittenverstoß und somit keine Bestrafung.”

“Hast du genug Geld dabei, um dir einen Schleier zu kaufen?” fragte Dima die Frau. Die Frau nickte.

„Ja, danke! Ich heiße Eva.” Liza gab ihr ihre behandschuhte Hand und sie folgten Dima in ein Schleiergeschäft. Sie erklärte dem Besitzer, worum es ging und schnell brachte er einen billigen Niqab und Hijab herbei.

“Diese sind nicht von hoher Qualität und hässlich. Wenn ich schon Schleier tragen muss, sollte es die beste Qualität sein, die Sie haben!” sagte die Eva. Der Ladenbesitzer freut sich. Sie war nur mit der besten und teuersten Kleidung zufrieden. Nach den kurzen, aber fast obligatorischen Preisverhandlungen waren beide zufrieden. Ein paar Minuten später trug Eva  ein langes, weites Kleid und einen schwarzen Schleier. Sie gingen auf die Straße und zeigten der Polizei die veränderte Eva. Sie waren zufrieden.

“Meine Dame, sie können in diesen Schleiern überall hingehen und werden  immer willkommen sein.” sagten sie ihr. ”Vielen Dank für Ihr Verständnis und Sie sind sehr hübsch im Schleier.” Die Polizisten wandten sich an Liza und bedankten sich bei ihr.

“Ich danke dir und deiner Mutter für eure Hilfe. Ich wusste nichts von dieser Regel und den Vorschriften. Aber so kann ich wirklich überall hingehen. Dieser Schleier ist so dicht. Ich frage mich, was mein Mann sagen wird, wenn er mich so sieht!” sagte Eva und gab Liza ihre Visitenkarte.

“Sie dachte, du wärst meine Mutter!”, sagte Laia, nachdem die Frau gegangen war.

“Dann komm schon, Tochter, wir haben noch nichts eingekauft!” Dima nahm ihre behandschuhte Hand in ihre.

“Ich dachte auch, ihr wärt Mutter und Tochter.” Sie hörten die Stimme des Ladenbesitzers hinter sich.

“Es war einfach seltsam, dass du Englisch gesprochen hast. Ich dachte, es wäre nur für die Touristenlady. ” Sie erzählten ihm alles. Der Ladenbesitzer war überrascht, dass sie sich erst einen Tag kennen. 

“Meine Schwestern, ich meine natürlich meine Freundinnen haben mich gestern ein wenig unterrichtet und ich kann auch nur ein paar Worte.” „Dann habe ich ein Geschenk für Sie, bevor sie gehen! Ein Tourist hat es vor einem Jahr vergessen abzuholen.”, sagte der Ladenbesitzer und reichte Liza zwei Bücher. Ein Wörterbuch und ein Sprachbuch. Als sie zurückkamen, waren die beiden Mädchen schon zu Hause.

“Hallo Laia! Hi meine Schwester!” sagten sie fast gleichzeitig. Sie umarmten sich und gingen mit ihr auf ihr Zimmer.

“Was machst du morgen, Laia?” fragte Juba.

“Willst du morgen mit uns zur Schule gehen!” fragte Fessa und hielt Lizas behandschuhte Hände fest.

“Aber ich kann kein Arabisch! Und ich bin auch keine Einheimische.”

“Aber du siehst genauso aus wie wir! Ich meine, du trägst Schleier. Du wirst Arabisch lernen. Du kennst schon ein paar Sätze, der Rest kommt schnell.” Sie saßen bis in den Abend zusammen. Sie lachten und lasen die Sprachbücher und das Wörterbuch. Liza lernte schnell. Dima kam zu ihnen.

„Laia! Dein Vater hat angerufen. Er kommt erst morgen Abend nach Hause. Er sagt, du solltest bei uns bleiben.”

“Das ist großartig, Schwester! Wir essen hier und du schläfst bei uns!” sagte Juba und umarmte Liza. Nachdem Ahmed sein Abendessen beendet hatte, verließ er das Esszimmer und brachte ein drittes Bett ins Mädchenzimmer. Während die vier verschleierten Frauen in der Zwischenzeit zusammen aßen. Dima sah ihre Töchter zufrieden an. Alle drei, weil sie Lisa schon als ihre Tochter betrachtete. Die Mädchen waren alle gleich in ihrem schwarzen Schleier. Sie redeten auf Arabisch, nur Liza fragte auf Englisch, wenn sie etwas nicht verstand. Am nächsten Tag gingen die drei Mädchen zusammen zur Schule. Juba stellte Liza dem Lehrer und den anderen Mädchen vor. Zu Lizas Überraschung wollten alle Mädchen später heiraten. Sie wurden auch in der Haushaltsführung unterrichtet, wie Essen kochen, nähen und Kinderpflege. Das war alles Teil ihrer Ausbildung. Und sie sprachen mit ihr Arabisch. Liza wurde behandelt, als wäre sie eine arabische Schülerin, auch wenn sie nicht viel verstand. Nach der Schule gingen sie nach Hause. Es war der erste Tag, an dem Liza von morgens bis abends einen Schleier trug.

Als der Vater sie abholen wollte, begrüßten ihn die drei Mädchen auf Arabisch:

“Guten Abend, Meister Holm!” Ted sah fragend auf die Reihe der gleich verschleierten Mädchens.

“Komm, Laia! Und mach mir mein Abendessen!”, sagte Ted lachend.

“Ja, Meister. Ich bringe es Ihnen gleich!”, sagte Liza hinter ihrem Schleier. 

"Herr Holm! Wie wäre es mit einem Spiel?” fragte Juba.

“Was meinst du?” fragte er.

“Laia spielt eine arabische Frau, die Ihnen den Haushalt führt, wäscht, kocht und aufräumt.” Liza zuckte nur mit den Achseln.

„Das wird toll! Du trägst rund um die Uhr einen Schleier und darfst nur Arabisch sprechen, du gehst mit uns zur Schule, wir beten zusammen fünf Mal am Tag und wohnst wie unsere Schwester bei uns!” sagte Fessa.

„Das ist vollkommen übertrieben!” Liza schüttelte ihren verschleierten Kopf.

  „Warum eigentlich? Der heutige Tag ist fast vorbei und du trägst den Schleier seit heute morgen!”  sagte Juba.

„Denk darüber nach! Dies ist eine sehr gute Idee von Juba. Wir werden dir helfen, bei allem was du brauchst!” sagte Fessa.

„Und was sagst du dazu, meine Tochter?” fragte Ted.

„Was soll sie schon dazu sagen? Natürlich stimmst du zu, nicht wahr, Laia? Und nenne ihn ab jetzt Meister Holm. Laia, du musst deinen Vater wie eine repektvolle arabische Frau ansprechen! Es wird bestimmt ein tolles Spiel.” sagte Juba.

“Ja, Meister Holm! Ich stimme zu.” sagte Liza und nickte mit ihrem verschleierten Kopf. Die drei verschleierten Mädchen bereiteten dann für ihn das Essen und danach machten sie Ordnung, putzten und kehrten die Küche. Dann kehrten alle drei zu Dima zurück. Juba sagte ihr, was sie geplant hatten. 

„So, dann bist du nun meine Tochter Laia!” lachte Dima.  „Nenn mich Mutter, meine Tochter, und jetzt ist es Zeit für das Abendgebet und dann ab ins Bett. Es wird schon dunkel!”

„Ja, Mutter!”, sagte Liza. Voll verschleiert machte sie Ted am nächsten Morgen das Frühstück.

“Danke, Laia!” Ted lächelte seine schwarz verschleierte Tochter an.

“Immer zu Diensten, Meister Holm!” kicherte Liza. Sie räumte ab und ging dann mit ihren Schwestern zur Schule. Ihr gefiel das Spiel immer besser. Sie war jetzt Laia, eine muslimische Araberin, die immer Schleier trug. Sie lebte mit den beiden Mädchen zusammen, als wären sie Geschwister.  Ted und Dima behandelten sie wie ihre Tochter, und Liza dachte an sie als Vater und Mutter. Sie nannte ihren Vater nur noch Meister Holm. Die Morgengebete gefielen ihr nicht so sehr. Sie hätte lieber länger geschlafen, aber nachdem sie sich daran gewöhnt hatte, früh ins Bett zu gehen, passte sie sich dem an. Eines Tages sagte Juba zu Liza:

„Laia! Ich sehe, dass es zu viel für dich wird. Du bist jetzt sechs Monate zu Hause geblieben, um den Haushalt für Meister Holm zu führen. Deshalb dachte ich, es wäre schön für dich, wenn ich es eine Zeit übernehmen würde in Meister Holm`s zu dienen. Was sagst du dazu meiner Schwester? ”

“Ist wirklich schon ein halbes Jahr vergangen? Ich habe es gar nicht bemerkt! Vielleicht sollten wir langsam mit diesem Spiel aufhören!” sagte Liza und wollte mit ihrer behandschuhten Hand ihr Gesicht vom Schleier  befreien. Doch Fessa hielt Lisas Hände fest.

„Lass es doch bitte wie es ist, Schwester! Gefällt es dir wirklich nicht mehr? Bis jetzt warst du doch so glücklich und zufrieden!”

„Das ist es nicht! Ich habe den Schleier schon zu lange getragen, ich habe mich daran gewöhnt mein Gesicht nicht zu zeigen und ich spreche und denke in Arabisch, ich fühle mich wie ein total arabisches Mädchen!” sagte Liza hinter ihrem Schleier.

„Aber das ist doch großartig! Warum sollte das geändert werden? Und jetzt gehe ich für Meister Holm das Abendessen zubereiten, doch werde ihm nicht verraten, wer sich hinter dem Schleier verbirgt.”, sagte Juba.

Das nächste halbe Jahr war wie das letzte. Liza trug den Schleier, ging zur Schule, betete. Sie wurde vollständig in die Familie integriert. Nur ging jetztJuba regelmäßig zu Ted. Er war gewöhnte sich mehr und mehr an seine stumme Dienerin und war sehr mit ihr zufrieden. Seit Juba ihn zum ersten Mal sah, wollte sie ihn heiraten, aber mittlerweile war es ihr Ernst damit. So ging sie zu ihm und sprach ihn zum erstenmal, seit sie ihm diente, an:

„Meister Holm ich möchte Ihnen etwas sagen!” Es war nicht Lizas Stimme und rief erschrocken:

“Du bist auch nicht Liza! Was habt ihr meiner Tochter getan?"Ted war geschockt.

„Meine Schwester Laia ist zu Hause und ihr geht es gut. Ich bin Juba, ihre Schwester. Ich bin schon ein halbes Jahr bei Ihnen im Dienst und ich möchte Ihnen das hier zeigen!”, sagte Juba und hob den Schleier über ihr Gesicht. Ted war erstaunt. Juba war ein sehr hübsches Mädchen.

„Juba! Was machst du da? Du darfst das nicht tun!” protestierte er.

„Ich weiß, dass ich das nicht darf, aber ich will deine Frau werden!”

“Du bist zu jung für mich!”

“Das ist nicht wahr! Ich bin schon 19 Jahre alt! Ich werde dir eine gute Frau sein, du wirst nicht von mir enttäuscht sein!” sagte sie ihm. Ted war sprachlos. Juba zog den Schleier wieder über ihr Gesicht. Mit ihrer behandschuhten Hand ergriff sie seine Hand und zog ihn zu sich nach Hause.

„Dad! Mom! Ted will euch was erzählen!” sagte Juba, immer noch seine Hand haltend.

„Ahmed! Dima! Bitte darf ich eure Tochter Juba heiraten!”

„Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, Ted?” sagte Ahmed.

„Sag ja, Papa.” bat Juba. „Ja, Papa! Sag ja.” sagte Fessa.

„Meister Holm! Ich meine natürlich, Dad! Du kannst Juba nicht heiraten! Soll ich sie jetzt etwa Mutter nennen?” protestierte Liza.

“Du wirst immer meine Schwester sein, Laia.” sagte Juba.

„Ich soll eine Tochter verlieren, in Ordnung, dann ersetzen wir sie durch Laia.” sagte Ahmed.

„Was?” fragte Liza geschockt.

„Was ist los mit dir, meine Tochter? Du warst doch bisher unsere Tochter! Du hast seit einem Jahr einen Schleier getragen, gehst zur Schule, betest und lebst mit uns. Sag mir nicht, dass du nicht unsere Tochter Laia sein willst!” Dima lächelte das verschleierte Mädchen an. Liza bemerkte, wie recht ihre neue Mutter hatte. Sie lebt nun seit einem Jahr als Tochter in einer muslimischen Familie. Dima behandelt sie wie ihr eigenes Kind. Ahmed handelte auch wie ein Vater. Fessa und Juba waren wirklich wie ihre Schwestern. Und sie liebten sie.

„Jetzt, da Juba heiratet, haben wir in unserem Zimmer mehr Platz, liebe Schwester! Als nächstes bin ich dran! Ich hoffe, ich bekomme keinen schlechteren Ehemann als Juba! Und keine Sorge, Laia! Mama wird auch für dich einen guten Ehemann finden, wenn du alt genug bist!” lachte Fessa.