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Teil 1

Die Ausstellung von T_G Von T_G Übersetzung Vulcan Emma Hart war eine Eventmanagerin. Trotz ihrer Jugend hatte sie schon mehrere erfolgreiche Projekte geleitet. Zur Zeit gab es kaum interessante und lohnende Projekte. Laut Ihrem Agenten gibt es kaum vernünftige Angebote. Es gab lediglich schlecht bezahlte, die von kleinen, finanzschwachen Organisationen angeboten wurden.  „Aber hier gibt es einen Job, der vielleicht für dich interessant sein könnte. Eine Ausstellung, die zum Wochenende stattfindet. Bezahlt wird nicht viel, aber ein oder zwei Monate zum Überbrücken sind eine definitive Chance", sagte der Agent. „Um was für eine Ausstellung handelt es sich?" fragte Emma. „Präsentieren der Kultur und der Städte eines Landes." „Welches Land?" „Afghanistan." Sie verstand jetzt, warum dieser Job noch frei war. Afghanistan war seit dem Terror der Taliban nicht populär. Als sie von der Bezahlung erfuhr, wusste sie warum der Job noch frei war. Aber sie braucht etwas Arbeit, um über den Monat zu kommen. Er rief die angegebene Telefonnummer an und verabredete ein Treffen, um die Einzelheiten zu klären. Der Organisator der Ausstellung, ein junger Afghane, wurde ihr als Hamid Kahn vorgestellt. Er zeigte ihr die Ausstellungsfläche, bestehend aus drei großen Sälen und einer kleinen Wohnung. "Sie werden während der Ausstellung in dieser Wohnung leben und dort die Gäste unserer Ausstellung bedienen!", sagte Hamid. Sie arbeitete in den nächsten drei Tagen von morgens bis abends und nutzte die Wohnung zum schlafen. Hamid Khan half ihr nach Kräften und brachte ihr bei, wie man Afghanen begrüßt und einige Sätze, um die Besucher in der afghanische Sprache zu begrüßen. Endlich war die Ausstellung ferti gestellt und wartete auf Besucher. An den Wänden befanden sich Fotos und Gemälde aus Afghanistan, Tische in der Mitte der Räume, in denen die Gegenstände des täglichen Lebens unter Glas lagen, und Kunstwerke von afghanischen Männern und Frauen. In den Ecken der Zimmer standen Puppen, Männer und Frauen in afghanischer Kleidung. In einer Ecke saß eine Frau in einer blauen Burqa mit einem Baby im Arm. In einem Geschäft konnte man Souvenirs kaufen. Sie war mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. „Wir werden morgen öffnen, wie wir es geplant haben. Ich bitte Sie für die Dauer der Ausstellung als Gastgeberin afghanische Kleidung und eine Burka zu tragen. Dies ist eine originale handgefertigte Burka, keine billige chinesische Polyesterimitation! Schwerer, teurer, aber haltbar und elegant!", sagte er. „Warum?“ "Ich möchte, dass während die Besucher sich umschauen, Sie über das Land reden und ihre Fragen beantwortest. Benehmen Sie sich wie eine echte afghanische Frau. Dafür biete ich Ihnen eine Extraprämie." „Ein bisschen mehr Geld geht immer in Ordnung, aber ich weiß zu wenig über Afghanistan!" „Ich werde Ihnen ein Buch und eine CD geben, um etwas über mein Land und meine Sprache zu lernen" „In Ordnung, aber Ihnen ist klar, dass ich keine Afghanin bin!" Er übergab ihr ein Paket mit den Kleidungsstücken und schulter zuckend zog sie sich um. „Wie seh ich aus?” fragte sie, als sie in der afghanischen Tracht zurück kam, die Vorderseite der Burka noch über ihren Kopf geschlagen. „Nicht schlecht!", sagte er, zog den Schleier vor Emmas Gesicht, das blaue Netz bedeckte nun ihre Augen und zog Handschuhe an ihre Hände. „Aber so noch viel besser!" „Aber ich kann kaum sehen und warum die Handschuhe?", protestierte sie. „Dass niemand deine weißen Hände sieht. Du wirst dich an die Burka gewöhnen, und bald bemerkst du sie nicht einmal mehr. Vielleicht wirst du sie sogar lieben!" Sie setzten sich zusammen und er sprach mit ihr über sein Land und das afghanische Volk. Er lehrte Emma auf Paschtu die Gäste zu begrüßen und einige gängige Sätze zu sagen. „Ich muss jetzt gehen!Die Eröffnung ist um 10:00 Uhr. Ich bin ich eine halbe Stunde vorher da. Bitte trage die Burka, um dich daran zu gewöhnen und lies das Buch!" Emma ging zurück in die Wohnung, legte die CD ein und begann das Buch zu lesen. Zuerst war es schwierig, weil das blaue Netz vor ihren Augen die Sicht stark einschränkte, ihre Lippen das dicke Gewebe einweichte, aber sie gewöhnte sich bald daran. Sie war für eine Stunde eingeschlafen und war jetzt hungrig. Sie machte sichein Sandwich, aber als sie rein beißen wollte, fühlte sie die Burqa zwischen ihrem Mund und dem Sandwich.  Sie blickte in den Spiegel und sah eine afghanische Frau in ihrer blauen Burka. Als sie merkte, dass sie ihr eigenes Spiegelbild sah, bemerkte sie erst das sie eine Burqa trug. Ihr erster Gedanke war, sie abzunehmen,doch sie hob sie einfach hoch, um zu Essen. Danach wusch sie sich und legte sich in der Burqa schlafen. Am nächsten Morgen wachte sie auf, um nichts zu sehen. Sie berührte ihre Augen und fühlte die Burka!Sie war während sie schlief verrutscht. Sie korrigierte den Sitz ihrer Burka, damit das blaue Gitter wieder vor ihren Augen war. Sie frühstückte in der Burqa, dann ging sie duschen und holte saubere Kleidung und eine frische Burka aus dem Schrank. „Ich benehme mich wie eine echte afghanische Frau. Am Ende werde ich noch beten,” dachte Emma mit einem Lächeln. Bald danach kam Hamid. „Hallo Emma! Ich hoffe, du bist soweit fertig, ein afghanischer Diplomat kommt gleich um die Ausstellung zu eröffnen! Natürlich weiß er, dass du keine Afghanin bist, aber versuche dich so zu verhalten, als wärst du es!" Die Eröffnungsfeier war relativ kurz. Neben dem afghanischen Diplomaten sprachen der Bürgermeister und Hamid. Alle hofften, dass die Ausstellung erfolgreich sein und viele Besucher anziehen würde. Emma stand hinter ihnen in ihrer Burka, und sie hoffte, dass es eine gute Ausstellung sein würde. Schließlich arbeitete sie dafür, dass ihre Arbeit anerkannt wurde.Dann kam der Diplomat zu ihr: „Sie haben einen guten Job gemacht. Die Ausstellung ist großartig! Sie sehen in dieser Burka wie eine echte afghanische Frau aus! Wollen Sie ein Bürger unseres Landes sein?" fragte er scherzhaft. „Ich werde sogar darüber nachdenken! Aber es sollte auch ein guter Ehemann für mich dabei sein!" sagte auch sie scherzhaft. „Wir können es das in die Wege leiten, wenn du mit mir kommst!" sagte Hamid mit einem Lächeln, aber er scherzte überhaupt nicht. Als er Emma zum ersten Mal sah, mochte er sie sofort. Dann, als er sie in der Burka sah, fragte er sich, was er tun musste, um sie als seine Frau mit nach Hause nehmen zu können. Dieses Gefühl wurde immer stärker. Der Bürgermeister kam auch herein, der nichts von Emma wusste und Hamid lobte: „Glückwunsch, du hast mit deiner Frau einen wirklich schönen Job gemacht!" Emma versuchte gegenzusteuern, aber Hamid war schneller: „Vielen Dank! Das Hauptverdienst gilt meiner Frau! Vor allem war es ihre Arbeit." Nachdem alle gegangen waren, wandte sich Emma an Hamid: „Warum hast du gesagt, dass ich deine Frau bin?” Sie blickte durch das blaue Netz. „Ich habe es nicht gesagt", sagte er. Ich habe einfach nicht widersprochen. Komm schon, ich zeige dir warum." Er führte sie zum Spiegel. Emma sah einen jungen Afghanen im Spiegel in seinem traditionellen afghanischen Kleid und mit einer Kappe auf dem Kopf und neben ihm eine Frau in einer blauen Burka. „Mann und Frau,” dachte sie. „Wirklich, was wäre, wenn ich seine Frau würde?” Die Ausstellung wurde zuerst nur schwach besucht, aber dann kamen immer mehr Besucher. Emma bot den Frauen an, sich während ihres Besuchs testweise eine Burka anzuziehen. Viele stimmte zu. Dies wurde zu eine der Attraktionen für die Ausstellung. Der Souvenir– und Burqaverkauf im Laden lief recht gut. Viele Männer machten Witze über die Burka ihrer Frauen. Sie kauften natürlich nur die billigste chinesische Version. Doch zu ihrer Überraschung kamen einige Frauen zurück und kauften die teuren echten afghanischen Burkas. „Diese chinesische Schleier ist nicht gut verarbeitet." sagten sie. „Ich dachte, Sie machen einen Witz!" sagte Emma erstaunt. „Sicher zuerst war es das, aber als mein Mann mich zum ersten Mal in einer Burqa sah, kam er sofort! Seitdem gibt es für mich keine Beschwerden über das Eheleben mehr! Deshalb brauchen ich eine haltbarere.” sagte eine Frau errötend.

Teil 2

Der Monat verging schnell. Hamid kam jeden Tag zu ihr, er half ihr, wenn etwas zu richten war oder verändert werden sollte und sie sprachen viel mit einander. Er begleitete Emma zum Einkaufen neuer Waren. Dann ging Emma ein paar Schritte hinter Hamid, und er ließ sie die schweren Packungen tragen. „Das ist nichts Besonderes. So läuft das in afghanischen Familie." sagte er. Emma war sehr berauscht von diesem Leben und sie liebte ihn mehr und mehr. Es tat ihr leid, als die Ausstellung vorbei war. Aber er sagte zu ihr: „Stell dir vor! Wir haben die Möglichkeit, die Ausstellung auch in anderen Städten zu halten!" „Das ist großartig, kann ich mitkommen?" Emma wandte ihren Kopf in der Burqa ihm zu. „Wir packen, wir fahren in zwei Tagen", sagte Hamid mit einem Lächeln. Die Ausstellung war auch in der neuen Stadt ein Erfolg. Sie war überrascht, wie viel Umsatz sie machte. Darunter viele originale, teure Burkas. „Wir fangen an, Mode zu machen,” dachte sie. Die Ausstellung ging von Stadt zu Stadt und war immer ein großer Erfolg. Emma hatte sich völlig daran gewöhnt eine Burka zu tragen und alle dachten sie sei Hamids Frau. Sie redeten viel miteinander, und einmal sagte er: „Wir kennen uns lange genug und ich möchte, dass du mich heiratest. Ich weiß, dass du mich liebst, und jeder, der dich kennt denkt es. Sag ja zu mir!" „Ich weiß es nicht! Ich mag dich wirklich und ich habe mich gefragt, wie es wäre, deine Frau zu sein, aber muss ich dann für immer eine Burka tragen?" „Aber du trägst sie doch immer! Du vergisst sie doch schon während du sie trägst? Komm schon, ich zeig dir was!" Hamid nahm ein gerahmtes Foto heraus. Das Bild zeigt zwei afghanische Frauen in einer Burka, daneben ein älterer Mann in afghanischer Männerkleidung und Hamid. „Das ist meine Familie. Mein Vater, meine Mutter und meine Schwester. Sie alle wollen dich kennen lernen und das du meine Frau wirst. Ich reise nächste Woche nach Hause. Die Ausstellung war ein großer Erfolg, aber jetzt ist sie vorbei. Entscheide dich also, komm mit oder bleib hier. Ich hätte gern ein neues Familienfoto: wir und unsere Kinder." „Du wünscht, dass ich in einer Burka mit dir und unseren vielen Kindern auf einem Familienfoto zu sehen bin?" „Genau!" antwortete er.  Jahre später reichte Emma ihm ein Familienfoto. Hamid stand neben ihr und drei Kinder saßen vor ihnen. Sie trug eine blaue Seidenburqa, die er ihr zur Hochzeit geschenkt hatte, passend zur Kleidung ihres Ehemanns. Sie schaute auf das Foto, dass jetzt schon einige Jahre alt war: „Schatz, wir sollten ein neues Foto machen! Das Foto ähnelt uns nicht mehr im geringsten!", sagte sie ihrem Ehemann und grinste versteckt unter ihrer Burka.